Praxis ohne Grenzen - Was machen Menschen ohne Krankenversicherung in Solingen? (Sendung vom 05.07.26)
Shownotes
Heute befassen wir uns wieder mit einem Thema rund um Gesundheit. Ich durfte nämlich mit zwei Ärzten sprechen: Frau Dr. Janina Bogdanski und Herrn Dr. Christoph Zenses.
Sie beide bilden den Vorstand von dem Verein "Medizinische Hilfe Solingen e.V." der zahlreiche Hilfsangebote für Menschen in prekären Lebenslagen bietet. Dabei konzentrieren wir uns auf die "Praxis ohne Grenzen": Es gibt auch Menschen in Deutschland die keine Krankenversicherung haben und natürlich trotzdem auf medizinische Hilfe angewiesen sind. Genau diese Hilfe wird in der Praxis ohne Grenzen geleistet. Ich wollte verstehen, was und wer hinter der Praxis ohne Grenzen steckt: Wie sieht die Arbeit aus? Was sind die Herausforderungen? Welche Menschen finden hier Hilfe und was braucht es eigentlich um so ein Projekt auf die Beine zu stellen?
Praxis ohne Grenzen: https://medizinische-hilfe-solingen.de/praxis-ohne-grenzen/
Die nächste Sendung läuft am Sonntag den 02.08.2026 wieder um 19:04 Uhr auf Radio RSG.
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Inhaltlich geht es um Politik und Demokratie, aber auch um die Stadt Solingen und Fragen des Alltags.
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00:00:00: Herzlich Willkommen zum Radiomagazin!
00:00:05: Sie hören jetzt die Sendung, die am fünften Juli bei Radio RSG lief.
00:00:11: Im Radio macht das Ganze natürlich noch etwas mehr Spaß, weil es durch Musik läuft.
00:00:15: Also gerne die nächste Sendung am zweiten August um live im Radio hören.
00:00:22: Guten Abend, liebe Hörerinnen und Hörern.
00:00:24: Und herzlich willkommen zum Radiomagazin Ninzehn-Nullvier!
00:00:28: Dass ihr jeden ersten Sonder gemonert zu dieser Zeit stattfindet.
00:00:32: Mein Name ist Marc Hamacher und ich spreche hier mit spannenden Gästen über Themen rund um Demokratie, Politik und Solingen.
00:00:38: Heute befassen wir uns wieder einmal mit dem Thema Gesundheit.
00:00:43: Ich dosse nämlich mit zwei Ärzten sprechen, Frau Dr.
00:00:45: Janina Bogdanski und Herrn Doktor Christoph Zenzes.
00:00:49: Sie beide bilden den Vorstand von dem Verein Medizinische Hilfe Solingen eV Der zahlreiche Hilfsangebote für Menschen in prekären Lebenslagen bietet.
00:00:58: Dabei konzentrieren wir uns auf die Praxis ohne Grenzen Denn es gibt auch Menschen in Deutschland und auch in Solingen Die keine Krankenversicherung haben Und natürlich trotzdem auf medizinische Hilfe angewiesen sind.
00:01:10: Genau diese Hilfe wird in der Praxisone grenzen.
00:01:14: Ich wollte verstehen, was und wer hinter der Praxone steckt.
00:01:17: Wie die Arbeit aussieht?
00:01:19: Welche Menschen hier Hilfe finden?
00:01:21: Und was es eigentlich braucht um so ein ehrenamtliches Projekt auf die Beine zu stellen.
00:01:25: Viel Spaß!
00:01:26: Herzlich willkommen mit zwei wunderbaren Gästen Frau Dr.
00:01:29: Janina Budanski und Herrn Dr.
00:01:32: Christoph Zenzis.
00:01:34: Hallo
00:01:36: Wir wollen am Anfang mal erstmal so ein bisschen verstehen, wer hier überhaupt sitzt Und worum es heute genau geht.
00:01:42: Vielleicht fangen wir bei Ihnen an, Frau Bogdanski?
00:01:44: Vielleicht wollen Sie erst mal erzählen wie ist das für Sie zur Medizin gekommen?
00:01:48: Warum hat sie das interessiert und warum sind Sie dabei geblieben?
00:01:52: Ja, bei mir ist es ganz einfach.
00:01:53: Meine Eltern sind beide Ärzte.
00:01:55: so bin ich schon von früh auf damit in Kontakt gekommen dass am Essenstisch zu Hause wurde über Patientinnen und Patienten gesprochen natürlich unter Wahrung des Datenschutzes.
00:02:05: Und ja, ich bin damit groß geworden.
00:02:07: Mein Eltern hatten eine Praxis in Solingen und ich habe zwar auch über andere Dinge nachgedacht aber letztlich bin ich dann zur Medizin gekommen und hab in Münster studiert.
00:02:18: So war das!
00:02:20: Wie war das mit der Entscheidung für eine Fachrichtung?
00:02:23: War es einfach für Sie?
00:02:25: Ich habe über vieles nachgedacht.
00:02:26: Ich dachte, ich würde vielleicht Kinderärztin werden aber letztlich im Laufe des Studiums hab' ich doch gemerkt dass die Allgemeine beziehen also als Hausärztinnen zu arbeiten.
00:02:35: das was meine Eltern auch gemacht haben für mich interessant ist einfach weil man die Menschen so lange begleitet über so einen langen Zeitraum und weil ich auch mit Erwachsenen besser umgehen kann als mit Kindern glaube ich
00:02:46: jedenfalls.
00:02:47: Und wann haben sie das erste mal drüber nach gedacht?
00:02:52: mehr als quasi diesen normalen medizinische Arbeit machen wollen, sondern sich vielleicht auch noch ehrenamtlich engagieren.
00:02:59: War das schon früh oder kam das eher durch Kontakte später im Leben?
00:03:03: Ja, also letztlich sieht man immer wieder auch in der eigenen Praxis.
00:03:06: Also ich bin in einer hausärztlichen Praxis niedergelassen dass es eben Patientinnen und Patienten gibt die dann wenn man denen irgendwas verschreibt sagt ja das muss ich mal gucken ob ich mir das irgendwann holen kann.
00:03:17: Ich habe im Moment wenig Geld und man hat ja die Zuzahlung.
00:03:21: also es ist einem schon manchmal auch bewusst dass es auch in einer eigenen Stadt Personen gibt die eben trotz vielleicht einer Krankenversicherung Einschränkungen haben.
00:03:31: Da habe ich eben gemerkt, das ist was, wo ich gerne etwas tun würde.
00:03:35: Und ich bin jetzt noch nicht so lange dabei wie mein Kollege.
00:03:39: aber man hat immer wieder gehört dass es die Möglichkeit gibt da auch was zu tun und ich hab angefangen übers Spenden für dir Praxis ohne Grenzen bis ich dann selber dazu gekommen bin mitzuarbeiten.
00:03:51: Ja, über die Zupaxe und den Ganzen kommen wir gleich im Detail.
00:03:54: Jetzt erst mal zu Ihnen Herr Dr.
00:03:55: Zenzis!
00:03:56: Wie sieht denn Ihr Werdegang im Vergleich aus?
00:03:58: Das ist ein bisschen gemein, weil ich älter bin... Also dass es ein bisschen länger ist.
00:04:05: Ich habe den Zivildienst schon in Klinikum in Solingen gemacht und der war damals noch achtzehn Monate also anderthalb Jahre da ist man so ein bisschen... Und ich hatte Kotschuljahre, da war ich auch relativ jung noch als ich das anfing gerade über die siebzehn drüber und bin quasi im Krankenhaus groß geworden.
00:04:22: Und hatte da immer netten Kontakt, habe das gerne gemacht und ich dachte, das will ich auch beruflich machen so dass ich gar nicht lange überlegen musste und hab beim Krankenhaus dann auch immer schon damals zu dieser achtziger Zeit politisch aktive Kollegen, spätere Kollegen kennengelernt und war schon als Student bei IPPNW Ärzte ohne Grenzen... wie heißt
00:04:46: es auf Deutsch?
00:04:51: Das war alles mit der Pershing-Nachrichtung, die Ärzte auf diese humanitäre Missstände hinweisen.
00:04:58: Dann kamen sie in den Sechsenundachtzigternobel, wo ich selber hingefahren bin, also wo ich so Projekte auch aus dem Krankenhaus gemacht habe damals auch Rumänien als Er ist ja noch mit I, der erschossen wurde und die Kinderheimer aufgemacht wurden.
00:05:14: Und die hatten keine Medikamente, Transport dahin begleitet habe oder organisiert haben.
00:05:19: Mir lacht das immer schon im Blut weil ich dachte mit der
00:05:22: Arbeit
00:05:23: kann man sehr gut offene Türen einrennen also zu sagen Ich mache was gutes helft eben hier und es wird einem eigentlich immer geholfen.
00:05:31: und so hat sich das dann fortgesetzt.
00:05:33: da kommen wir gleich mal drauf mit der medizinischen Hilfe.
00:05:36: Frau Bogdanski, können Sie vielleicht jetzt erzählen medizinische Hilfesolingen?
00:05:41: Wie kamen sie dazu?
00:05:44: und das steckt eigentlich genau dahinter.
00:05:47: Also die Medizinische Hilfe Soling hat ja verschiedene Aspekte, die Praxis ohne Grenzen wo ich auch persönlich mitarbeite ist nur ein Teil davon.
00:05:55: es gibt eben auch noch das Medienmobil.
00:05:58: Ich glaube da wurde schon mal drüber gesprochen Und wir haben auch noch eine Medikamententafel, wo es eben genau um die Fälle gibt.
00:06:04: Wo ich eben gesagt habe Menschen, die sich die Zuzahlungen zum Beispiel nicht leisten können für Medikamente oder eben auch frei verkäufliche Medikamente, die von der Krankenkasse sowieso nicht erstattet werden wie z. B. Leusenmittel oder so was dass man das eben auch zugänglich macht Menschen, Die eben finanziell nicht so gut gestellt sind da arbeiten wir mit den apotheken verschiedenen Apotheken zusammen.
00:06:22: Das ist noch ein drittes dritte Standbein von der medizinischen Hilfe Soling.
00:06:27: Und seit wann sind Sie jetzt in der Praxis ohne Grenzen dabei?
00:06:30: Also ich persönlich bin erst seit vier Jahren dabei.
00:06:32: Das heißt, auf diese jahrelange Erfahrung wie über ein lieber Kollege kann ich nicht zurückblicken.
00:06:36: Ich muss aber sagen dass sich da schon ganz viele helfende Hände kennengelernt habe.
00:06:42: also nicht nur an der praxis ohne grenzen sondern auch übers medimobil werde arbeitet.
00:06:46: wir haben ja schon mal so einen Treffen auch gab, wo alle zusammenkommen und da sieht man wie viele Menschen eben sich neben ihrer normalen Tätigkeit eben doch noch zusätzlich ehrenamtlich engagieren.
00:06:56: Und wenn viele mithelfen ist es für die einzelnen Personen nicht ein so riesiger Aufwand dass man das eben nicht neben seiner Tätigkeiten in der Niederlassung zum Beispiel noch gewuppt kriegt.
00:07:06: Wir haben zwar auch ein paar, die schon Rentnerinnen und Rentner sind aber das sind die wenigen also die allermeisten stehen noch voll in der Berufstätigkeit und machen
00:07:14: das dann
00:07:15: zusätzlich.
00:07:16: Wie groß ist das Team?
00:07:18: Wir haben fünfzehn Ärztinnen und Ärzte, die in der Praxis ohne Grenzen mitarbeiten.
00:07:22: Ein bisschen weniger sind es beim Medi-Mobil, die da
00:07:25: mitfahren.
00:07:27: Was war denn das Ziel der Praxise ohne Grenzeln?
00:07:30: Wie hat das damals angefangen?
00:07:32: Das hat ja mit dem Medi Mobil angefangen, was so ein bisschen aus Düsseldorf... Ich war da in Düsseldorf und habe mir das auch angesehen.
00:07:42: Ich war in verschiedenen Städten, aber das haben wir aus Wuppertal übernommen.
00:07:46: Da fuhr er schon zusammen mit einem Sozialmobil von der Tafel um warmes Essen zu verteilen.
00:07:51: Und da interessierte mich das auch schon die medizinische Versorgung von Obdachlosen an den bestimmten Plätzen.
00:07:59: Damals gab es den Mühlenhof oder Schachbrett oder diese bestimmten Orte anzufahren die draußen sitzen medizinische Versorgung zu geben, wozu aber auch was zu essen und zu trinken gehört.
00:08:17: Also es ist nicht reiner Hitze oder Kältebus, wir haben auch Getränke oder auch etwas Warmes an Bord, auch wärmende Sachen für den Winter, aber auch ganz viele Schubladen mit Medikamenten.
00:08:28: nur merken wir dann so mit der Zeit in dem Team
00:08:33: das
00:08:34: richtig chronisch kranke internistische oder allgemeinen medizinische Patienten damit nicht versorgt sind und dass wir das auch nicht auf der Straße leisten können, solche Rezepte auszustellen mit so einem kurzen Kontakt.
00:08:48: Teilweise ist EKG oder Blutabnahme erforderlich, teilweise die Ultraschall erforderliche ein ruhigeres Gespräch in dem ruhigen Raum mit dem alleine.
00:08:56: und dann guckt man sich so in Deutschland um großen Konferenzen, dass in vielen Städten solche Praxen aufgemacht wurden.
00:09:08: Wir waren also nicht die Erste, die das gemacht hat und dann bin ich einfach mal dahin gefahren nach Mainz zum Professor Trabert und habe mir angeguckt wie er das so macht um hier alles richtig zu machen.
00:09:18: Ja und wir haben sie das ja mit Räumlichkeiten, es muss auch erstmal ein bisschen Geld zustande kommen bis man da wirklich loslegen kann?
00:09:28: Wie waren da die Anfänge?
00:09:30: Ja, wir haben erstmal bei der Jugend- und Drogenberatung einen kleinen Raum gefunden.
00:09:36: Der ist mittlerweile aber schon abgerissen.
00:09:38: Da stehen jetzt ein Kindergarten drauf.
00:09:39: Das war auf der Hansa-Straße angefangen Und die haben uns einen Raum zur Verfügung gestellt weil wir das in die Zeit getan hatten dass wir dringend den Raum suchen zur Versorgung medizinischer Bedürfnisse.
00:09:55: Interessanterweise wurde dann nie gefragt seitens irgendwelcher Kommunen oder Gesundheitsamt, wie denn so ein Raum aussieht wenn man medizinisch behandelt.
00:10:04: Weil in einer Praxis haben wir ja schon bestimmte Voraussetzungen die man erfüllen muss Arbeitssicherheit Hygiene und so weiter.
00:10:13: ich bin aber präventiv zu allen medizinischen Konferenzen.
00:10:19: das ist hier die kommunale Gesundheitskonferenz wo alle Mitarbeiter der Stadt Solingen damals eben die Klinik die Leitungen der Krankenkassen zusammen kamen und da habe ich das vorgestellt, dass wir das machen wollen.
00:10:37: Ich bin aber auch nach Düsseldorf zur Landesgesundheitskonferenz gefahren.
00:10:41: Das wurde mit Applaus angenommen, dass es so etwas gibt, dass die Menschen versorgt werden.
00:10:47: Und hab auch sogar mit dem was wir da tun dann den NRW Gesundheitspreis beantragt und auf denen haben wir gewonnen und der Gesundheitsminister, den ich jetzt nicht benennen will sagte, ich gebe Ihnen jetzt einen Preis dafür für was es eigentlich gar nicht gibt.
00:11:03: Jeder Mensch ist doch
00:11:04: krankenversichert.".
00:11:05: Ja das wäre dann genau der nächste Punkt zu dem ich kommen würde
00:11:10: weil
00:11:11: das war ja auch das was ich mir lange gedacht habe.
00:11:14: Es ist ja jeder zum Glück in Deutschland kranken versichert.
00:11:16: wir haben nicht so eine Situation wie man's aus den USA kennt.
00:11:20: Ist doch alles super bei uns aber natürlich gibt es Beispiele und dass zeigt ja ihr Projekt, dass der Bedarf auch groß ist.
00:11:30: Dass es eben Leute gibt die nicht krank versichert sind und die natürlich trotzdem medizinische Hilfe benötigen.
00:11:35: Da vielleicht auch so ein bisschen was dazu... Was sind denn das für Menschen, die bei ihnen in der Praxis kommen?
00:11:41: Also wir nennen sie Menschen in besonderen Lebenslagen.
00:11:45: Wir
00:11:45: wollen auch niemanden irgendwie stigmatisieren oder in irgendwelche Schubladen stecken, denn da gibt es wirklich ganz verschiedene.
00:11:51: Ich weiß nicht ob Sie die Zahlen auch... ich habe nur von zwanzig-dreinzwanzig gefunden und das ist ungefähr seventy-tausend Menschen in Deutschland sind.
00:11:57: Genau, das sind die Zahlen vom Statistischen Bundesamt, die basieren auf dem Mikrozensus bedeutet, es sind Eigenangaben der Leute.
00:12:05: Tagesschau schreibt zum Beispiel, dass man eher von einer Dunkelziffer von bis
00:12:09: zu eine Million Menschen... Ja genau.
00:12:10: Das ist wahrscheinlich das Dunkelfeld wie immer deutlich höher.
00:12:13: aber das ist was man so erheben kann.
00:12:15: und da mischen sich verschiedenste Menschen drunter.
00:12:18: die klassischen Wohnungslosen kennt man die wir ja doch mehr in der aufsuchenden Hilfe also mit dem Medi-Mobil betreuen.
00:12:24: aber manchmal kommen eben auch welche in die Praxis ohne Grenzen.
00:12:27: dann haben wir Menschen die waren mal selbstständig vielleicht privat versichert konnten ihre Beiträge nicht bezahlen und sind dann irgendwie aus der privaten Krankenversicherung eben rausgefallen und müssen sich dann irgendwie durchschlagen.
00:12:39: Und dann sind es eben auch Menschen, die keine Papiere haben aus anderen Ländern hierher kommen.
00:12:44: Keine Auf- und Halsstatus haben noch nicht oder unklar mit ihrem Asylverfahren sind.
00:12:51: Dann manchmal sind's einfach Leute, die so gering verdienen, dass sie sich zur Zahlung zu Medikamenten oder freiverkäufliche Dinge nicht leisten können.
00:13:01: Die kommen dann schon mal um da Hilfe zu bekommen.
00:13:05: Wie viele Patienten behandeln Sie so im Jahr?
00:13:08: Gibt es da irgendwelche Zahlen, kann ich mir das irgendwie vorstellen.
00:13:11: Ja also wir sind ja einmal in der Woche dort.
00:13:15: ungefähr zehn bis zwölf Patientinnen und Patienten kommen in der sagen, die wir dort sehen.
00:13:23: Wobei das natürlich nicht alles neue Patientinnen und Patienten sind sondern es gibt auch welche, die häufiger kommen müssen weil sie vielleicht chronische Wunden an den Beinen oder irgendwo anders haben, die dann öfter zur Versorgung kommen oder welche die chronisch krank sind mit hohem Blutdruck- oder Diabetes, die da eine regelmedikation brauchen, die immer wiederkommen um sich ihre Medikamente verschreiben zu lassen oder sowas.
00:13:44: ne?
00:13:45: Die sind nicht alle neue Patienten aber manche auch wiederkehrend.
00:13:49: Und die Frage ist kostet ja alles Geld.
00:13:52: Sie machen das ja ehrenamtlich, aber das ganze Equipment, die medizinischen Geräte, Medikamente auch eben da in der Tafel, die sie eben genannt haben... Das kostet ihr alles Geld!
00:14:04: Wer bezahlt denn das?
00:14:07: Das zahlen unsere Spender und das wird gut angenommen, aber da tingeln wir auf uns sitzen wir auch hier.
00:14:14: Aber wir gehen auch woanders hin zu den Service Clubs also ob Rotary oder Lions.
00:14:19: Lions unterstützt sehr stark die Arbeit vom Medium Mobil von der Praxis ohne Grenzen dass es für die ein absolutes muss, dass das finanziert wird so wie auch die Küche in Wald von der Schwester Betide Harman, weil die in Solingen sehr stark investieren.
00:14:36: und dann hält man seine Vorträge.
00:14:39: Und es wird weitergetragen, dass wir eine gute Arbeit machen und auch eine gute eins zu eins Versorgung, weil wir ehrenamtlich arbeiten.
00:14:46: Der Raum bei der Karitas kostet nichts sogar noch nicht mal Warmkosten.
00:14:50: Das heißt, wir haben keine Nebenkosten Und es geht alles in Medikamente und Versorgung der Patienten.
00:14:58: Das wissen viele auch, das ist nicht erst mal dreißig Prozent in Aufwand, dass das überhaupt da steht.
00:15:03: Wir haben einen ganz einfachen Raum im Ultraschallgerät was wir mal angeschafft haben, ein EKG-Gerät, was wir von CHI geschenkt bekommen haben und unser Labor macht das auch zu Selbstkostenpreises also fast billiger als das normale, aber das muss man sich auch so Schritt für Schritt erkämpfen.
00:15:21: Das hört sich jetzt so selbstverständlich an.
00:15:25: Es ist über die Jahre gewachsen, dass man immer sagt, dir helfen uns doch auch könnt ihr nicht auf was tun und dann sagt ja gut, dann machen wir euch die ganzen Mutterpassuntersuchungen für einen guten Preis oder so.
00:15:39: Man muss mit den Leuten sprechen.
00:15:46: Nee, die Spender fragte er gerade.
00:15:47: Man muss mit den Leuten immer im Gespräch bleiben, dass man für das gesamte Spendengeld noch mehr kriegt als wir in einer normalen Praxis zahlen müssen.
00:16:02: Also, dass wir mehr für den Euro kriegen und eine gute Versorgung so leisten können, ob wir die Medikamente teilweise weniger bekommen oder gespendet bekommen oder so weitergeben können.
00:16:14: Wie gesagt, weil die Geräte von Firmen sind und wir ehrenamtlich arbeiten, sodass jeder gespendete Euro wirklich ankommt und nicht für irgendwelche Nebenkosten.
00:16:25: Weil Sie einfach mit Leuten dann zusammenarbeiten, die auch vielleicht an das Projekt glauben, die sie schon länger kennen wo sie Kontakte aufgebaut haben muss halt eben jetzt nicht nur eben um ökonomische Dinge geht sondern halt eben auch dass auch die Menschen vom Projekt begeistert sind und einen Beitrag irgendwie leisten wollen.
00:16:41: Richtig, genauso.
00:16:42: Wir sind auch zu den Firmen hingefahren und haben teilweise eben Kurzvorträge gemacht und meistens auch zu Weihnachten.
00:16:50: dann dass man sagt danke für die Spende und auch kurz gezeigt.
00:16:54: So symbolische Spendenübergaben da gehen wir dann schon mal persönlich hin um uns zu bedanken.
00:16:59: Weil, dass die Firmen auch gerne natürlich sehen und die Mitarbeitenden auch.
00:17:02: Die gucken dann wofür haben sie das Geld jetzt gesammelt?
00:17:05: Und wo geht es denn hin?
00:17:05: Ja!
00:17:06: Und natürlich für eine in Solingen ansässige Firma, die freuen sich natürlich auch wenn Sie in Ihrer eigenen Stadt was helfen können.
00:17:13: Denn jetzt natürlich man kann auch bei Ärzte ohne Grenzen oder anderen internationalen Vereinen spenden, das ist auch eine gute Sache.
00:17:22: Aber wenn man jetzt eben weiß in unserer eigenen Stadt gibt es auch Menschen die Hilfe brauchen und das Geld bleibt sozusagen vor Ort und kann hier Gutes tun.
00:17:30: Das ist für die Firmen immer erfreulich und für uns natürlich auch.
00:17:34: aber wir haben auch ganz viele Einzelspenderinnen, einzelne Spender, Menschen wo jemand verstorben ist oder anstatt für Blumengrenze eben für einen guten Zweck gesammelt wird oder Geburtstage feiern.
00:17:47: Da freuen wir uns natürlich immer auch, wenn Leute sich dafür entscheiden eben nicht den zehnten Blumenstrauß zum Geburtstag zu nehmen.
00:17:55: Sondern zu sagen ich habe ja eigentlich alles und ich könnte auch mit dem Geld andere unterstützen die es dringend nötig haben.
00:18:01: Ja Sie haben eben angesprochen die Zusammenarbeit mit Fachärzten.
00:18:05: wie kann ich mir das vorstellen?
00:18:06: Wir können natürlich vor Ort in der Praxis nicht alles leisten.
00:18:10: Das eine Stichwort sind die Schwangeren, da haben wir wirklich viele, die dann kommen.
00:18:13: Die brauchen natürlich eine frauenärztliche Begleitung in der Schwangerschaft.
00:18:18: Das können wir vor Ort nicht leisten, weil eben auch die Ärzte, die bei uns arbeiten, das kann Orthopäde sein, der kommt, kann Hausarzt sein, kann eine andere Fachrichtung sein.
00:18:27: Das heißt wenn ich da jetzt als schwanger Person hinkomme, dann habe ich jetzt nicht unbedingt jemanden, der sich gut mit ungeborenen Kindern auskennt.
00:18:35: Grundversorgung, Blutabnahme.
00:18:38: Machen erst mal Schwangerschafts-Seswerner jemanden kommt und machen dann die Weitervermittlung an Fachärztinnen und Fachärzte, die mit uns zusammenarbeiten.
00:18:46: Und da haben wir so eine Liste von den verschiedensten Fachrichtungen wo wir dann eben die Patientinnen und Patienten weiterleiten können über kleine quasi Überweisungen aber es ist natürlich keine wirkliche Überweisung.
00:18:58: Aber wo die dann wissen?
00:18:59: ah das ist jemand der war in der Praxis ohne Grenzen hat sich dort vorgestellt und ist sozusagen vermittelt worden.
00:19:05: dann machen die Schicken, die da keine horrenden Rechnungen.
00:19:08: Sondern eben zum Basis-Tarif machen sie ihre Untersuchung und die Rechnung gehen an uns wieder an die Praxis ohne Grenzen und werden dort abgerechnet sozusagen.
00:19:17: Ja was mich jetzt noch weiter interessieren würde gerade zu den Kosten.
00:19:21: man kann sich ja als gesetzlich versicherte Patientin nicht so wirklich vorstellen was sowas eigentlich überhaupt kostet weil man sich denn nicht wirklich Gedanken zu macht.
00:19:28: man zahlt seine Krankenversicherung Beiträge aber sonst nochmal sich nicht groß Gedanken zu, könnte vielleicht ein paar Beispiele nennen.
00:19:37: Was denn da zum Beispiel an Kosten anfallen und was das so ungefähr kostet?
00:19:42: Ja sie zahlen ja auch Krankenversicherung für den Worst Case sprich dass man eine Dialyse kommen würde für Jahrzehnte eben oder dass man Eine Chemotherapie bekommt die hunderttausende kostet.
00:19:53: Das kann ja alles passieren das wird ja gesammelt in unseren Krankenkassen beiträgen.
00:20:01: Was wir machen, sind die Basic-Sachen.
00:20:06: Die kosten uns ja kein Geld, wenn wir in den EKG schreiben.
00:20:08: Ich könnte jetzt sagen was das nach Gebührenordnungsziffer, weiß ich nicht, fünfzehn oder zwanzig Euro sind?
00:20:13: Oder ein Ultraschall vom Bauch oder der wie bei dreißig oder vierzig Euro liegt aber die bringen wir ja nicht auf sondern haben die Geräte da und wir machen eigentlich nur die Medizin also eine Basic-Medizin eine gute Versorgung ist, weil alles angesehen wird und alles gemacht werden kann.
00:20:32: Und Labor, Ultraschall, HHG da ist schon sehr viel.
00:20:37: was teurer ist die Medikamente.
00:20:40: Da kommen von sexive Apotheken immer die Rechnungen.
00:20:44: das sind dann die Chroniker die Blutdruckmedikamente nennen wie wir das eben schon alles hatten und Diabetes-Medikamente und dann wir zucken immer schon zusammen wenn dann irgendjemand kommt der ganz teure HIV medikamente braucht Und ganz dringend und heute, gestern die letzte Tablette genommen hat.
00:21:02: Den können wir auch nicht im Regen stehen lassen.
00:21:03: aber da müssen wir auch ganz schnell aktiv werden weil wir sowas auf lange Sicht nicht bezahlen können.
00:21:08: Da kostet dann kosten dreißig Tabletten tausend
00:21:10: Euro.
00:21:11: Dann sagen wir direkt immer Stopp!
00:21:12: Da müssen wir für nächste Woche aber schon was besorgen und dann läuft es sehr schnell die Stille postt.
00:21:18: Ist ja eine
00:21:18: Abwahrung, was geht oder was nicht?
00:21:21: Ja, also auch so akut Situationen wo sie dann schnell handeln müssen da finden sich dann oft Lösungen.
00:21:32: Die war auch noch bei uns und wir haben ihr gezeigt wie das Herz des Kindes stellte, die war total glücklich.
00:21:40: Und dann hat sie auf einmal Blutung und das Kind ist abgegangen.
00:21:44: aber die muss dann in einer relativ kurzen Zeit in eine Gynäkologie, da muss sie ins Krankenhaus die Plazente und die Reste entfernt werden, was ich jetzt erzünden kann und bluten kann.
00:21:55: Und da gibt es dann keinen Wenn-und-Aber, dann telefoniere ich so lange die Gynäkologen durch, wer das zu irgendeinem Satz hier in unserer Südbrackdiening macht – und es hat auch geklappt!
00:22:04: Wenn man dann überall immer wieder sagt bitte stelle sie mich mal durch zu den Kollegen, dann irgendwann klappt es auch, weil da kann man auch nicht so lange warten.
00:22:14: Das ist ein Beispiel.
00:22:15: Aber das Normale... weite, ninety-fünf Prozent sind halt die Medikamente und unsere Untersuchungen, die ja jetzt kostenfrei
00:22:23: sind.
00:22:24: Was sind das denn für Menschen?
00:22:26: Also wir haben eben schon geredet.
00:22:27: wie kann es sein dass sie immer nicht krank versichert ist?
00:22:29: aber können Sie mal so ein paar Beispiele wirklich nennen also Lebensgeschichten Leute die sich vielleicht auch so ein bisschen geprägt haben oder die hängen geblieben sind natürlich alles datenschutzgerecht keine Frage können Sie davon was erzählen?
00:22:42: Also wir haben eben schon die Schwangeren angesprochen, die wirklich auch einen großen Teil ausmachen.
00:22:47: Weil da ist es ja nun auch dringlich dass die Versorgung dann zeitnah stattfindet Und die kommen dann erst zu uns, werden an die Gynäkologinnen und Gynädologen weiter vermittelt.
00:22:58: Dann steht natürlich irgendwann auch die Entbindung an.
00:23:01: Da haben wir eine Vereinbarung im Klinikum, dass sie dorthin gehen können zur Entbindung.
00:23:07: Dann wird zum festen Satz abgerechnet, dass das dann auch geklärt ist.
00:23:12: Das ist nochmal der eine Teil von denen, die wissen wie geht es jetzt weiter?
00:23:16: Wie kann ich das machen?
00:23:17: Weil das machen wir nicht vor Ort bei uns in der Praxis gibt es eben auch Leute, die schon über Jahre kommen weil sie chronische Wunden haben.
00:23:27: Die sieht man dann manchmal nicht und da muss man halt gucken wie man die Beine da meistens in das offene Bein versorgt mit Wundmaterial oder manchmal auch wenn die entzündet sind mit Antibiotika unter irgendwie eine längerfristige Versorgung regeln kann, dann die Leute, wie wir eben schon sagten, die regelmäßig Medikamente brauchen.
00:23:48: Die sieht man dann schon mal öfter wobei man sagen muss weil wir ja eben viele sind und man ist nur einige Male dran.
00:23:54: im Jahr sieht man auch nicht die gleichen Patientinnen und Patienten immer wieder.
00:23:59: aber das sind so unsere Kundschaften die wir sehen und manchmal eben auch zugewandert ohne bisher noch keinen Aufenthaltsstatus die dann kommen und wo man übersetzt, wo man erstmal feststellen muss was überhaupt das Problem.
00:24:12: Manche haben Kopfschmerzen, manche haben Rückenschmerzen.
00:24:14: Manche hat irgendeine andere Geschichte wo man erstmal vorausfinden muss ist das was wir jetzt hier gut klären können oder eben nicht.
00:24:21: So einen speziellen Patienten habe ich nicht im Kopf aber du hast bestimmt noch ein paar Geschichten auf Lager in zwanzig Jahren.
00:24:27: Dann würde ich doch
00:24:28: mal gerne reingeben.
00:24:30: Genau sie dürfen
00:24:31: gerne.
00:24:31: Ja dann kommen natürlich Patienten.
00:24:34: es wäre für Studenten auch interessant zusammen... Ich hatte mal
00:24:40: einen
00:24:41: Ich sag bewusst Deutsch, weil er sehr verwirrt war.
00:24:45: Der deutsche Sprache war mächtig aber sprach nicht so richtig.
00:24:49: Er wurde von einer Frau gebracht, der Nachbarin.
00:24:53: Er ist immer schon komisch und spricht nicht richtig und kauft nicht mehr ein, isst nicht mehr... Und ich hab den jetzt einfach mal hingebracht, weil der auch schon nicht zum Arzt gehen kann, nicht krank versichert ist oder so bisschen Grunduntersuchungen.
00:25:05: Dann hatten wir einen Blutdruck von zweihundertsechzig zu hundertzwanzig.
00:25:10: Da habe ich gesagt, es ist eine hypotensive Entgleisung.
00:25:12: Deswegen können die so werden wie der sich da stellte und machte ganz normal wie wir das auch gelernt haben.
00:25:20: dann natürlich eine leichte Blutdrucksenkung mit einem Hub-Nitro den man unter die Zunge sprüht und er hatte nur eine leichten Blutducksenkungen von auf zu zweiter.
00:25:30: zwanzig mal soll ja nicht so stark selten aber viel mehr um lachter und sprach nicht mehr.
00:25:38: Das kann es nicht sein.
00:25:40: Was hat der?
00:25:41: Dann müssen wir Blut abnehmen, weil das Krankenhaus schicken konnten wir den nicht.
00:25:48: Weil ich hatte dem nur einen Hub-Nitro gegeben und die Beine hoch, dass es wieder kommt... Dann haben wir Blut abgenommen und dann hatte der einen Schilddrösenwert, ein TSH.
00:25:57: Nennen wir das.
00:25:58: die Leute, die mit Schildrösen zu tun haben kennen das.
00:26:01: Das sollte eigentlich so zwischen zwei und drei liegen sagen wir mal von hundertfünfzig.
00:26:05: Das heißt er war so in eine Unterfunktion gerutscht dass der Blutdruck sukzessive hochgegangen ist, dass ich den quasi seinen letztes Überleben diesen Zwei-toßsechziger-Blutdrucks mit dem Gespräch noch genommen habe völlig weg kippt.
00:26:19: Und dann haben wir angefangen, den also ganz langsam mit Blutdruck-Tabletten aufzufüttern und da habe ich auch... Entschuldigung!
00:26:25: Mit Schildtrusten-Tabletten aufzufüttern.
00:26:27: Da hab' ich sogar gesagt im Anfang bei zu Kollegen täglich weil das Herzrhythmusstörung machen kann wenn er so lange kein Schilddrussen-Medikament hatte dass sich die Verantwortung nicht übernehmen wollte, dass der Herzr rhythmusstörungen umfällt.
00:26:41: Der konnte dann sogar zwei drei Tage ins Krankenhaus gehen.
00:26:46: Da war irgendeine besondere Regelung, weil er eben Herzbeschwerden hatte und dann kann man für so eine kurze Überbrückungszeit zum Ausschluss eines Herzinfarktes ins Krankenhaus.
00:26:55: Und der kriegte da auch seine Schilddosenmedikamente und die EKGs wurden gemacht, sodass wir weiter den Rest machen konnten.
00:27:01: Aber sowas erlebt man in der normalen Praxis überhaupt nicht – das gibt es überhaupt nicht!
00:27:06: Da werden die Blutwerte gemacht, da weiß man, dass ist in Ordnung oder es ist eine ganz leichte Abweichung und dann geht man eine leichte Schild-Dose-Tablette und kontrolliert das alle halbe Jahr bis einmal im Jahr.
00:27:15: Aber so was gibt es eigentlich gar nicht, dass einer so entgleist in so vier Jahre dann nicht zum Arzt gegangen
00:27:21: ist.
00:27:21: Was mich noch interessieren würde... wie sieht denn da jetzt die Zusammenarbeit oder auch die Kommunikation mit der Stadt
00:27:26: aus?
00:27:29: Die haben wir die Kommunikanion insbesondere wenn's mal schnell gehen muss mit den Anträgen, die teilweise länger laufen, was auch verständlich ist.
00:27:40: Wenn ich mit dem Chef vom Jobcenter telefoniere Und dann sagt er mir zum Beispiel die Ukrainer, da wird erst mal geprüft ob sie Vermögen haben in der Heimat.
00:27:50: Weil dann kriegen Sie hier keinen Bürgergeld heißt schon nicht mehr Bürgergeld aber dann kriegen sie das nicht und auch keine Krankenversicherung weil sie ja selber Geld haben.
00:27:59: ansonsten sind während ja die Ukraner welche die nicht die drei Jahre diesen Asylantrag stellen und dann warten bis so eine Karte kriegen sondern die kriegen sofort Bürgergeld und sofort ne versicherten Karte.
00:28:10: und dass geht
00:28:11: bei uns.
00:28:12: Wir sind Jobcenter.
00:28:13: Wenn ich den anrufe, den Chef vom Jobcenter und sage hier brennt's der braucht dringend Medikamente nehmen wir mal an das ist HIV sehr verbreitet in der Ukraine denkt man gar nicht es aber wirklich sehr verbereitet und auch sehr ver Breite dass man da diese Tagestabletten nimmt.
00:28:28: wo das so genullt wird Der Spiegel.
00:28:32: Ich sage hier, brenzt das können wir nicht mehr leisten und dann wird auch geholfen.
00:28:36: Also man kennt sich und das ist eigentlich ganz gut mit der Stadt wenn wir anrufen dass würde auch nicht aus Spaß
00:28:42: anrufern Was verlangt Ihnen das ganze denn ab?
00:28:46: Weil es ist ja schon also viel Arbeit.
00:28:50: Sie machen das zusätzlich zu der normalen Arbeit die sie so haben.
00:28:54: Ich bin immer sehr froh, dass so viele Menschen allgemein in Deutschland sich ehrenamtlich irgendwie engagieren was zusätzlich zum Alter quasi machen.
00:29:03: Aber das ist ja schon viel Arbeit irgendwie.
00:29:06: Wie kriegen sie das alles unter einen Nenner?
00:29:09: Ja, man muss sich die Zeit irgendwo hernehmen.
00:29:12: Bei mir ist eben auch erst die Möglichkeit gekommen wenn man sagt ich arbeite und ich habe auch noch eine Familie.
00:29:18: Irgendwo muss man die Zeit ja her nehmen.
00:29:19: bei mir ging es eben erst als die Kinder ein bisschen älter waren und es ist große Bewunderung für Leute die das auch schon in der Lebensphase schaffen weil da hat man eben dann noch einen Block mehr wo man das irgendwie zusammenbringen muss.
00:29:32: Aber es ist ja nicht nur so, dass das was von einem verlangt sondern es gibt einem ja auch etwas.
00:29:36: also klar wir können auch im normalen Alltag Menschen helfen in unseren Praxen.
00:29:40: aber die Leute sind ja wie sie's gesagt haben die sind ja im Grunde versorgt und manchmal ist es eher dass man sich denkt ein bisschen mehr sagen wir mal Freude darüber, dass man in so einem System lebt wo die Krankenkasse alles übernimmt und wo es nur ganz selten dazu kommt.
00:29:55: Dass man sagen muss tut mir Leid, der Hustensaft wird nicht von der Krankenklasse übernommen das müssen sie schon selber bezahlen Das kommt ja selten vor und da ist manchmal gar nicht das Gefühl bei den Leuten dafür da in der allgemeinen Praxis was das eigentlich für ein Glück ist wenn die Gesundheitsversorgung eben normalerweise nichts kostet.
00:30:11: Und dass wir auch Menschen helfen können denen es nicht so gut gibt das macht ja auch etwas mit einem Selbermann.
00:30:16: Das Bild wird wieder ein bisschen gerade gerückt wenn man das gefühlt hat die sich darüber beklagen, obwohl sie eine gute Krankenversicherung haben.
00:30:23: Dass irgendwie dies und das nicht geht.
00:30:27: Nein es gibt auch Menschen, die sind sehr dankbar wenn man denen hilft, auch wenn es eben... Und das ist das was es mit mir manchmal
00:30:32: auch macht.
00:30:34: Ich kann nicht für jeden alles machen in der Praxis ohne Grenzen.
00:30:36: Die Ressourcen sind nicht dafür da.
00:30:38: ich sehe die Leute nicht regelhaft genug mit einer Basisversorgung ausreichen.
00:30:44: Das muss für die Menschen ausreichen und das tut mir natürlich leid, weil es ist eine zwei-klassen-Gesellschaft, dass ich sage meinen eigenen krankenversicherten Patienten den kann nicht die und die Behandlung anbieten.
00:30:53: und in der Praxis ohne Grenzen ist es eben ne Basisversaugung.
00:30:56: aber es ist wenigstens eine Basis versorgen.
00:30:57: Das schaffen
00:30:58: wir.
00:30:58: Herr Dr.
00:30:59: Zenzels Sie haben eben gesagt, dass das Ganze durch Spenden finanziert wird.
00:31:03: wenn sie jetzt mehr Finanzmittel zur Verfügung hätten, was würden Sie denn dann noch mehr machen in der Praxis ohne Grenzen?
00:31:10: Wo würde das Geld quasi hinfließen?
00:31:13: Dann könnten wir natürlich großüger behandeln oder mehr Medikamente geben.
00:31:19: Oder öfter eine Kontrolle zum Beispiel bei dem Hirntumor im CT machen ein Beispiel oder Röntgen lassen, da trauen wir uns ja auch gar nicht so dran.
00:31:30: MRTs, CTs weil das alles sehr teuer ist kriegen wir zwar auch zu Sonderpreisen, weil wir es wenig machen.
00:31:36: dann können wir natürlich viel freier und offener auch überweisen und zur Fachkollege schicken die untersuchen die aber eben was uns nicht kennen nichts kostenlos arbeiten.
00:31:47: sondern zum reduzierten Satz wäre natürlich schön, wenn man da mehr machen könnte oder zwar nicht das ganze gewiss aber wir können beim Zahnarzt auch immer nur nach Rücksprache die akuten Schmerzen behandeln lassen und nicht on top ein bisschen besser.
00:32:04: Aber vielleicht ist es für uns auch ganz gut da geerdet zu sein weil es sind für mich Spendengelder dass man der Verantwortung voll mit umgeht und eben nicht so breit streut.
00:32:16: und so sind wir alle groß geworden und so die Arztäferin und auch die Ärztinnen, die da arbeiten.
00:32:25: Dass man das zusammenhält... Weil es könnte ja auch immer einer kommen der ist wirklich brauch!
00:32:32: Ich hatte mal ein Kind was eine Neutronenbestrahlung in Essen brauchte und die kostete dreißigtausend Euro und war definitiv nicht krankenversichert und wäre sonst verstorben.
00:32:43: Und dann haben wir uns über Firmen, die wir angesprochen haben Gelder geliehen weil die dann auch für ausländische Patienten immer noch so einen Grundstock haben wollen, wenn mal was ist das finanziert ist.
00:32:58: Das konnten wir überhaupt nicht leisten.
00:33:00: also die Krankenhäuser nehmen ja auch aus anderen Ländern so Privatpatienten auf dass es ein ganz anderes Thema aber das geht so ein bisschen in den Bereich.
00:33:07: Wenn wir denen da ins Krankenhaus schicken kann ich nicht sagen nur diese Bestahlung und direkt wieder raus sondern die müssen ja selber entscheiden wie lang behandle ich diesen Patienten?
00:33:15: Dann habe ich ihn im Prinzip abgegeben.
00:33:18: Da habe ich gesagt, da würde ich die dreißigtausendmal für einen Menschenleben sterben würde ausgeben.
00:33:26: Aber ich glaube das ist auch im Sinne des Spenders.
00:33:30: Eindrucksvolles Beispiel!
00:33:31: Ich wollte jetzt noch gerne so ein bisschen darüber reden was es denn eigentlich braucht um so'n Projekt auf die Beine zu stellen?
00:33:40: Ich hab nachgelesen nochmal sie haben ja das Bundesverdienstkreuz verliehen bekommen, das sagte damals Oberbürgermeister Tim Kurzbach.
00:33:50: Wir dürfen nicht im Sessel sitzen und sagen man müsse etwas tun wir müssen aufstehen und etwas
00:33:54: machen.".
00:33:56: Und ich finde was jetzt hier beide erzählt haben ist halt so ein Beispiel für ein Projekt dass in die Tat umgesetzt wurde weil man hat ein Problem gesehen und nicht gesagt Mensch es ist aber blöd da sollte mal jemand etwas machen oder sich ein bisschen auseinandergesetzt haben, aber dann doch irgendwie gesagt hat ja es ist nicht mein Problem.
00:34:17: Ich habe vieles anderes zu tun und ich hab viele Verpflichtungen, viele Arbeit zu erledigen sondern sie sind eben hingegangen und haben gesagt okay da machen wir jetzt was!
00:34:26: Und das sehe ich bei ganz vielen Leuten die das machen also die einfach viel mehr Engagement zeigen als von ihnen eigentlich verlangt wird im Leben Das Gefühl, so ein System, so eine Land, so ne Demokratie lebt eben auch von solchen Menschen.
00:34:42: Was braucht es denn um diesen Schritt zu gehen?
00:34:46: Diesen Mut auch zu haben?
00:34:49: Man muss es einfach durchziehen und wirklich
00:34:54: vor
00:34:54: Ort gehen und sagen ich übernehme mir zum Medium Mobil wir fahren damit jede Woche setze einfach darauf, dass ich Kollegen finde.
00:35:02: Die sagen komm einen Dienst mache ich auch mal und dann sagt der andere auch das ist ganz interessant.
00:35:08: Das sind auch ganz andere Kollegen die im Medi-Mobil arbeiten mit den Rotkreuz Leuten die das fahren und auf warten das Auto auch eben ehrenamtlich und netterweise die dann aber sagen auch dann mach' ich noch was medizinisch Aber ich muss mich nicht darum kümmern, wie das organisiert wird.
00:35:27: Und ich sage eben handeln statt reden.
00:35:29: Ich handle einfach und fahre dieses Mobil und kriege dadurch, weil man eben handelt, Hilfe.
00:35:35: Die kommt automatisch, habe ich im Leben immer erfahren in allen Vereinen... Wo ich so tätig bin, wenn man einfach hinfährt und handelt.
00:35:43: Und was hinbringt wissen die Spender auch der bringt das Geld oder die Versorgung eins zu eins zu den Leuten.
00:35:50: und die Kollegen eben wissen auch der macht dann eine vernünftige Sache denn wir haben ein großes Kolleginnen Team.
00:35:55: Aber wenn
00:35:56: man so wie du begeistert ist von einer Sache, dann kann man ja auch andere begeistern.
00:36:01: Das ist ja sicherlich auch ein bisschen Punkt, dass man einfach, wenn man selber überzeugt ist vor der Sache und die dann mit vorher Alpha angeht, da kann man auch andere davon überzeugen.
00:36:12: uns das wirklich.
00:36:13: wir haben von Leuten, die sagen die zwei Dienste reichen mir im Jahr mehr schaffe ich nicht bis hin zu welchen die mehrere machen oder eben auch eine von unseren Mitarbeiterinnen, die kümmert sich auch noch um die Spenden dass das irgendwie abgerechnet und verbucht wird.
00:36:30: Wir beide machen ja den Vorstand vom Verein, da muss man natürlich viele administrative Dinge nebenbei tun und insofern gibt es eben verschiedene Bereiche wo Menschen arbeiten und die einen haben eben ein bisschen mehr Zeit oder auch ein bisschen eher Möglichkeiten und andere haben eben nur ein bisschen weniger Möglichkeiten.
00:36:46: und wenn man aber einfach mit vielen ist und dann noch so'n Schlachtraus sage ich mal an was alle Fähnen in der Hand hält und zwanzig Jahre Erfahrungen dann läuft der Laden Und dann funktioniert es auch.
00:36:58: Alleine kann man das nicht schaffen, aber natürlich braucht mal jemanden der wirklich auch Power hat und das
00:37:03: hast du ja.
00:37:04: Ja, da kann ich als Beispiel jetzt... Ich will ja nichts Böse drüber abziehen.
00:37:08: Das stand aber ja auch in der Zeitung.
00:37:11: In der Wuppertaler Rundschau dass Medi-Mobil an der Tafel zwei Ärzte doch hat, die überhaupt nur fragen.
00:37:19: Und die fahren auch noch in neuen Portalen nicht mehr in Rämscheid weil da hat sich auch keine Arzt beigefunden.
00:37:24: In Räamscheid hat die Praxis ohne Grenzen zugemacht, weil keine Patienten und keine Ärzten sich gefunden haben.
00:37:29: Da merkt man dran mit welcher Vmens wir das im Team fünfzehn Ärztepraxe oder Gänzeln
00:37:34: und
00:37:35: ca.
00:37:35: fünfzehne oder dreizehn Ärzter.
00:37:37: Medi Mobil unterdockt die Rotkreuzleute, die das auch mit Enthusiasmus machen Insoling zusammengekriegt haben, weil wir wissen im Team schaffen wir das.
00:37:49: Man merkt einfach wenn man in dem Team drin ist auch wenn man mal ausfällt oder krank ist dann machen sie es die anderen und dann helfe ich wieder oder ich finde irgendwas zu Hause was sich noch mitbringen kann oder krieg medicamente gespendet.
00:38:00: das spricht sich auch dann rum dass auch nicht Medikamente weggeworfen werden was absolut verboten ist die eigentlich so abzugeben.
00:38:08: aber wir tun das einfach handeln, statt reden.
00:38:13: sage dass es dann nicht heißen kann knast sondern wir haben ja eine apothekenhoheit sonder die apotheke sogar auch sehen das wir damit was gutes tun und das dann glaube ich ganz ganz viele menschen einfach ein auge zu drücken.
00:38:29: vielen dank für ihre arbeit zum einen aber auch für dieses gespräch wie ihre zeit hat mir sehr viel spaß gemacht.
00:38:35: Im
00:38:37: Radiomagazin, Ninzehn-Nullvier haben wir heute Abend mit Dr.
00:38:41: Janina Bogdanski und Dr.
00:38:42: Christoph Zenzis gesprochen.
00:38:44: Sie beide leiten die Praxis ohne Grenzen in Solingen und bieten Menschen medizinische Hilfe, die selbst keine Krankenversicherung haben.
00:38:50: Die nächste Sendung können sie am zweiten August wieder um Neunzehntnullvierzier hier bei Radio RSG hören.
00:38:56: Weitere Infos und Inhalte finden Sie auch auf Instagram unter neunzehnundvier Radiumagazine – die Null wird ausgeschrieben!
00:39:03: Weil sie ein Teil verpasst haben und sich die heutige Sendung oder eine ältere Sendung noch einmal anhören möchten, finden Sie diese Sendung ab jetzt auch auf allen gängigen Podcast-Plattformen wie Spotify oder Apple Podcast zum Beispiel.
00:39:14: Mein Name ist Marc Hamacher.
00:39:15: Vielen Dank fürs Zuhören!
00:39:16: Einen schönen Abend und bis zur nächsten Sendung.
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