Urban Utopia - Wie das Kulturphänomen weitergeht (Sendung vom 02.08.26)

Shownotes

In der Sendung vom 02.08.26 durfte ich mit Max Gehrmann sprechen. Er ist Initiator und erster Vorsitzender von Urban Utopia: Was bringt einen eigentlich dazu so ein großes Event auf die Beine zu stellen? Was waren die größten Herausforderungen und die schönsten Momente? Wie geht es in Zukunft weiter?

Urban Utopia: https://urban-utopia.de/

Die nächste Sendung läuft am Sonntag den 06.09.2026 wieder um 19:04 Uhr auf Radio RSG.

Zum Format:

19null4 läuft seit Jahrzehnten an jedem ersten Sonntag im Monat um 19:04 Uhr auf Radio RSG. Die Folgen mit verschiedenen Gästen aus Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft finden sich jetzt auch nach der Ausstrahlung hier und überall, wo es Podcasts gibt!

Inhaltlich geht es um Politik und Demokratie, aber auch um die Stadt Solingen und Fragen des Alltags.

Moderiert wird das Format vom 25-jährigen Marc Hamacher aus Solingen, Host des Podcast-Formats "Deutschland Deine Demokratie".

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Transkript anzeigen

00:00:00: Herzlich Willkommen zum Radiomagazin Ninzehn Null Vier.

00:00:05: Sie hören jetzt die Sendung, die am zweiten August um Neunzehn Uv vier bei Radio RSG lief.

00:00:11: Im Radium macht das Ganze natürlich noch etwas mehr Spaß weil es zwischendurch Musik läuft.

00:00:15: also gerne die nächste Sendung am sechsten September um neunzehnt uv vier live im radio hören.

00:00:22: Guten Abend und herzlich Willkommen zum Radiomagazin ninezehn-nullvier, das jeden ersten Sonntag im Monat zu dieser Zeit stattfindet.

00:00:32: Mein Name ist Marc Hamacher und ich spreche hier mit spannenden Gästen über Themenbond um Demokratie, Politik und Solingen.

00:00:38: Heute befassen wir uns mit einem Thema, dass ihm Juli viele Leute in Soling bewegt hat – Urban Utopia!

00:00:44: Ich durfte mit Max Gehrmann sprechen.

00:00:46: Er ist Initiator und erster Vorsitzender von Urban Utopia, und zusammensprechend darüber was einen dazu bringt so ein Riesen-Event auf die Beine zu stellen – was die größten Herausforderungen und die schönsten Momente waren und natürlich auch wie es für Urban Utopia in Zukunft.

00:01:00: weitergeht.

00:01:02: Für mich steht dabei vor allem im Vordergrund, dass Durchprägte wie dieses Begegungsorte geschaffen werden, wo sich alle willkommen fühlen und man von jung bis alt zusammenkommen kann um einfach gemeinsam eine gute Zeit zu haben.

00:01:13: Und das ist in Zeiten, wo man manchmal das Gefühl bekommt, dass die Welt immer polarisierter und schwieriger wird doch eine wahrlich schöne Sache.

00:01:21: Max wer bist du?

00:01:22: Und wo sitzen wir hier gerade?

00:01:24: Hi ich bin max german Ich bin erster Vorsitzender vom utopiaev Ich bin fünf, dreißig Jahre alt und wir sitzen hier gerade in den Räumlichkeiten.

00:01:34: In dem neuen Space vom Motopia EV auf dem Gelände der ehemaligen Firma C Grossmann Und hier ist gerade noch eine Baustelle.

00:01:43: Wir befinden uns zwischen Dachlatten Werk Stoffen Maschinen ganz viel Schrauben vor allen Dingen ganz wie direkt grade noch.

00:01:52: Ja jetzt ist es hier gerade Freitag der siebzehnte siebte zwölf Uhr haben wir gerade.

00:01:57: Was war denn hier gestern Abend noch los?

00:02:00: Gestern Abend brannte ich hier noch die Hütte.

00:02:02: Da war für uns ein ganz besonderer Abend, auf dem ich auch so hingefiebert habe.

00:02:07: Hier war nämlich der Salzerabend.

00:02:08: da hatten wir erst einen Salzerkurs mit fünfzig Personen und haben unten auf dem Hof in der Ecke Salzer getanzt unter Anleitung und das konnten man dann direkt in die Tat umsetzen.

00:02:19: und dann hat er die Salzer Band um Frodo Dini Bia und Leonora, den Rest ihrer Band zahlzer gespielt.

00:02:27: Und das war wirklich bei ... ... zweiunddreißig Grad!

00:02:30: Und diesen tollen Ambiente in der Halle unten.

00:02:32: ganz besonderer Abend weil da in jeder Ecke getanzt wurde... ...und ich da wieder nur in fröhliche Gesichter geblickt habe.

00:02:38: Das war echt nett.

00:02:38: Was wirklich Besonderes was Tolles Ja

00:02:41: von Urban Utopia hat ja in Sohling, denke mal jetzt jeder irgendwie gehört.

00:02:44: Start mir doch mal am Anfang wie sah denn dein Leben vor Urban Utopias aus?

00:02:51: Ja gut, ich bin jetzt junger Vater von daher war schon auch da zu der Zeit bevor es hier los ging viel in meinem Leben los.

00:02:58: Ich habe mich aber auch schon um die Themen in denen das grundsätzlich hier bei Motorbär geht viel mit auseinander gesetzt weil das Teil meiner Arbeit war.

00:03:06: Ich arbeite beim FSI Forum für Soziale Innovation und dann geht es eben auch um diese Themen soziale Ökologischlachhaltigkeit das heißt Kreislaufwirtschaft Interkulturelles Zusammenleben, Integration bis Wurstenschuhen des Handeln Klimaschutz und das war sozusagen hier die Fortsetzung dessen.

00:03:26: Und da war ich an Schulen unterwegs oder in der Entwicklungszusammenarbeit wieder Aufwurstungsaktionen viele Sachen gemacht in dem Bereich.

00:03:35: Kannst du noch ein bisschen mehr zum FSI erzählen, wie das so?

00:03:38: ja die was sind das für Projekte?

00:03:40: Wie sieht da die Arbeit aus?

00:03:41: Du hast ja gerade schon so ein bisschen über die Ziele gesprochen.

00:03:44: sozial nachhaltig Leute irgendwie zusammenbringen.

00:03:47: Wie kann ich mir das näher vorstellen?

00:03:49: richtig

00:03:50: also leute zusammen bringen ist eigentlich schon der Kern des ganz.

00:03:54: deswegen auch der Name Forum weil es darum geht zu schauen okay wo sind Akteure, die in den Bereichen der sozialen ökologischen Nachhaltigkeit aktiv sind oder sein möchten bestimmte Ziele verfolgen.

00:04:05: Wie kann man sie zusammenbringen?

00:04:06: wie kann man die verlinken dass die in ihrem wirken noch stärker werden das sich verbessern dass die neue Felder erschließen aber auch selber zu gucken okay wo sind verbesserungspotenzial wo können wir Projekte rein entwickeln um so diesen den Klimaschutz-Zielen näherzukommen.

00:04:24: Das kann dann eben im Bereich der Bildungsarbeit sein, dass wir Konzepte entwickeln um diesen Bildung von nachhaltiger Entwicklung in diesem Bereich innovativer zu gestalten mit interessanten Ideen und Konzepten für Schülerinnen und Schüler, um diese Themen näherzubringen oder sie auch selber ins Handeln zu bringen, Hürden und diese Schwellen, die es in unserer Gesellschaft gibt um nachhaltig zu handeln so zu überwinden.

00:04:46: Und die Leute einfach mitzunehmen und sozusagen einen positiven Bezug zu diesen Dingen zu bekommen.

00:04:51: Und selber auch die Situation zu kommen dass man denkt okay ich kann selber was schaffen wenn ich mich mit anderen zusammentue dann ist das noch stärker ist es noch wirkungsvoller und da wollen wir eben diese Brücke sein.

00:05:02: Wie kommt es jetzt du im speziellen dich für soziale und ökologische Themen interessierst?

00:05:07: Ich

00:05:09: steckte schon immer in mir drin, seit ich mein Studium abgeschlossen habe.

00:05:13: War mein Wunsch eigentlich mich auch beruflich... ...in diesem Bereich zu verwirklichen?

00:05:17: Hast du studiert?

00:05:18: Ich hab Sozialwissenschaften studiert am Master im Bochum und Soziologie den Bachelor in Wuppertal Und ich wollte einfach einen Impact schaffen.

00:05:27: Es ist nicht so ein klassischen Beruf, indem es nur um wirtschaftliche Themen geht sondern auch eben sozial-okologische Bereiche eine Rolle spielen und ich da mehr Wert schaffen kann oder auch irgendwie innovative Ansätze Weil ich immer viele Ideen habe und so, man mit vielen Leuten darüber spreche.

00:05:42: Und das natürlich dann einfach auch hier in Solingen ein starker Akteur ist mit dem FSI.

00:05:47: Das war für mich ein großes Glück weil ich mich da auch extrem weiterentwickeln konnte und viele Netzwerke klüpfen konnte die mir einfach da auch ein großes Spielfeld sind und da auch einfach große Hebel ermöglichen und eben so auch so projektes schlussendlich wie Öhmotopia möglich gemacht haben.

00:06:02: Ja genau, da sprechen wir jetzt drüber.

00:06:04: Wie ist dann von dem FSI, von dem was vorher war?

00:06:07: Wie bist du denn diese Idee über Motorbärwiesers entstanden?

00:06:12: Der Ursprung liegt darin dass wir vom FSI eine Ausstellung und ein Bildungsformat entwickelt haben wo es um das Thema Klimaschutz ging und Kern des Ganzen war eine Ausstellung zum Thema Klimaaktivismus in Mittelamerika, genau gesagt in Honduras und Nicaragua.

00:06:34: Und das ganze diese Ausstellung ist eingefangen, nicht nur im klassischen Fotografien sondern auch in immer sieben ausstellungen hat also VR Anteile.

00:06:42: Und ich brauchte dafür einen Ort, in dem ich das so maximal brechen wollte.

00:06:46: Also wenn man diese Brille aufhat im Mangrovewald steht und Bäume pflanzen mit dabei ist wie junge Menschen dort ihre Schicksale selber in die Hand nehmen muss sich den Klimawandel stemmen und dort Bäume Pflanzen.

00:06:57: Wenn ich die Brille aber abnehme dann auf einmal in einem urbanen post-industriellen Setting bin und dann in eine Art Industrieiroiner bin.

00:07:06: Ich bin selber Wilder und ich bin immer außen rum gegangen bei Grossmann.

00:07:09: Man kann ja über die Mauer nicht drüber gucken.

00:07:11: Ich dachte, das muss ja riesengroß sein.

00:07:13: Dann habe ich mich mal schlau gemacht und bin im Internet bei Bilder gefunden und dachte, okay, das musste passen.

00:07:18: Dann hab' ich Kontakt zur Raumvision mit einem Eigentümer aufgenommen und gesagt, der guckt dir das mal an... ...und dann bin ich in die Halle gekommen und dachte ok, mein erstes was viele Leute sagen ist so wow!

00:07:30: Weil von vorne wirkt es ganz kleinteilig, insbesondere von der Wittkola Straße.

00:07:33: So ein Wohngebiet die Häuser sind ganz klein und dann kommt man da rein und das öffnet sich.

00:07:36: siebenvierztausend Quadratmeter eine ganz besondere Architektur.

00:07:41: so man spürt förmlich in jeder Ritze wie hier gearbeitet wurde über so viele Jahre Und ihr dacht euch okay Das ist so besonders.

00:07:49: Hier müssen wir mehr raus machen.

00:07:50: Wir müssen versuchen zu zeigen Wie diese Orte genutzt werden können weil dieser Großindustrie hier nun mal in diesem Ort vorbei ist.

00:07:59: Aber wie kann man diesen Wow-Effekt nutzen, um Menschen zusammenbringen?

00:08:02: Um Kultur und auch so Themen wie Klimaschutz auf eine neue Art und Weise erlebbar und zugänglich zu machen.

00:08:08: Und wie ist dann wirklich das Ganze gestartet?

00:08:10: Weil es ja erstmal eine riesen Herausforderung, sicherlich auch erst mal Mittel irgendwie notwendig, um anzufangen.

00:08:18: Das ist ja ne sehr große Entscheidung!

00:08:21: Hast du denn quasi so ad hoc gesagt komm wir machen das jetzt oder war das noch ein längerer Prozess wo du nachgedacht hast?

00:08:27: Also ich war mir eigentlich sicher, das müssen wir machen.

00:08:28: Dann habe ich das so mit vielen Freundinnen und Freunden von mir besprochen weil ich wusste dass muss zum großen Teil auch auf ihren amtlichen Engagement fußen weil es weiß ist in diesem Bereich schwer Mittel zu bekommen.

00:08:42: klar hab ich mich auf den Weg gemacht Fördermittel zu bekommen um so eine grundsätzliche Finanzierung von der Projekt Koordination zu haben.

00:08:50: Aber ich wollte, dass die Menschen selber hier eine Möglichkeit bekommen ist in die Hand zu nehmen, die Ärmel hochzukremmen und damit das auch ein Zeichen sein kann.

00:08:57: Hier wird angepackt und hier wird was in der Stadt verändert, die wird stattentwickelt ja?

00:09:02: Und deshalb habe ich das mal so als Konzept vorgestellt, haben alle Leute eingeladen und gesagt Leute, was haltet ihr davon wenn wir das machen?

00:09:09: Hab aber die frage dann dreimal gestellt weil ich wusste war erst mal sagen sie immer also ja super machen wir doch natürlich nach einem riesen spaß an und ich habe gesagt leute das wird auch leiden.

00:09:18: Das wird nicht immer nur schön.

00:09:19: also wollte wirklich machen, aber ich hatte so das gefühl das trifft auf ein bisschen.

00:09:25: So einen durst oder so ein hunger nach.

00:09:26: okay wir wollen wir wollen was machen wir wollen etwas.

00:09:29: Wir wollen was verändern und wie sind's leid nur so dich im Fernsehen oder auf Social Media die schlechten Nachrichten reinzukriegen.

00:09:37: Sondern das gibt uns hier selber eine Gelegenheit irgendwie in unserem Wohnumfeld, in unserem Dulling so ein Ort zu schaffen der unseren Vorstellungen entspricht und der auch irgendeine Antwort sein kann auf diese vielen Problematiken.

00:09:49: Ja also ist ja immer so ein bisschen Selbsttherapie.

00:09:51: Wichtig!

00:09:52: Man sieht eben halt diese ganzen Krisen.

00:09:56: Ich kenne das nur zum Beispiel wenn ich mit Leuten über diese Krisen rede und gerade mit Leuten die irgendwie motiviert sind, die was verändern, die etwas in Bewegung bringen.

00:10:03: Dann hilft mir das so damit klarzukommen und für ganz viel ist es ja ebenso dass wenn man jetzt ausgenommen von dem normalen Alltag den man halt eben so hat noch an so einem Projekt mitarbeiten kann oder das Gefühl hat okay hier bewege ich wirklich was irgendwas... Das ist was Gutes, das ist was Positives, das verändert Leben.

00:10:23: Wenn Leute hier hinkommen sich begegnen können und schöne Erlebnisse haben können, Kultur, soziale ökologisch.

00:10:31: Das ist wunderbar!

00:10:33: Und dann kommt man vielleicht eben auch besser mit diesen ganzen Krisen klar.

00:10:38: Was würdest du jetzt sagen waren so die größten Herausforderungen?

00:10:41: Die große Herausforderung?

00:10:42: eins klar, wo man immer darüber reden muss ist so die Finanzierung.

00:10:46: Weil abgesehen von so einem Personalkosten geht es auch darum um Technik und Sicherheit sich da auf den Weg zu machen viele Förderanträge zu schreiben Sponsoring vielleicht zu aktivieren.

00:10:57: das war ein langer langer Weg Und auch teilweise ins Risiko zu gehen.

00:11:01: Das heißt manche Sachen sind dann zu bestimmten Zeitpunkten gar nicht klar.

00:11:04: Da muss man die Entscheidung treffen.

00:11:05: wollen wir es trotzdem durchziehen und wollen wir darauf hoffen dass was kommt oder kriegen wir das auf irgendeinem anderen Weg hin?

00:11:10: aber Jetzt müssen wir sagen, wir ziehen es durch.

00:11:14: Das lässt einen schon manchmal ganz schön schwitzen dann in manchen Phasen aber bis jetzt hat das funktioniert und das andere ist eben so Genehmigungsgeschichten oder auch so Umbaumaßnahmen die notwendig sind.

00:11:26: Als wir hier reingekommen sind, lagen hier noch zwei Tonnen Müll rum, die schlussendlich weggeschafft werden mussten weil mit dem müllerem Wolken was nicht machen können was auch Sicherheitsgründen auch nicht machen weil wenn da eine Kippe reinfliegt oder so dann steht jede Laden in Flammen Und das auch erstmal sich da so reinzuarbeiten, okay Brandschutzkonzepte, Sicherheitskonzepten.

00:11:47: Das war natürlich auch für mich ein Feld, weil ich vorher auch noch nicht was in der Industriebrache gemacht habe, sich da reinzufuchsen und auch in einer Kürze der Zeit.

00:11:56: Weil die Idee ist... Dezember vorletzten Jahres entstanden, das Festival war im Juli das erste.

00:12:02: Das ist eigentlich für so Behördengeschichten und für so Genehmigungsprozesse sehr größer Zeit wo alle erstmal gelacht haben und dann nicht mal machen Witz alles da anrufen soll.

00:12:10: Aber als sie dann immer diese Idee verstanden haben und gemerkt haben okay wir meinen es ernst und dass es vielleicht auch was anderes so dann auch so sehr solidarisch und offen waren damit zu wirken.

00:12:20: also da möchte ich auch nochmal Bauamt, Feuerwehr und so.

00:12:24: Diese in den Verwaltungsopparat da so lobend hervorheben weil die hätten auch sagen können lasst uns doch mit eurem Schwachsinn.

00:12:29: Wir haben eine Stapel voll auf dem Schreibtisch liegen.

00:12:33: aber ich sage okay wir versuchen das möglich zu machen.

00:12:36: Man hat hier wenn man in der Verwaltung ist meistens ein bisschen so einen Handlungsspielraum Ermessungsspielraum sag' ich jetzt mal.

00:12:42: Und wenn dann jemand kommt der so ein Projekt voranbringen möchte unter Feuer mitbringt Dann denkt man vielleicht ok ne Das machen wir hier nur für gewöhnlich.

00:12:52: Machen wir sowas in zwölf bis vierundzwanzig Monaten, ne?

00:12:55: Aber dann sagen okay komm, nee das machen wir jetzt.

00:12:58: Wir versuchen da irgendwie alles zu geben was möglich

00:13:00: ist

00:13:01: um das eben umzusetzen.

00:13:02: und ich spreche ja mit ganz vielen verschiedenen Menschen aus verschiedenen Bereichen.

00:13:07: aber überall sind Leute die irgendwie so ein Feuer mitbringen und einfach irgendeine Idee haben und sich entschieden haben ok Ich löse jetzt dieses Problem oder ich versuche jetzt hier etwas auf die Beine zu stellen und es halt nicht einfach weiter Passieren lassen.

00:13:19: Genau

00:13:20: das finde ich bringt dann auch sei es jetzt auch bei Leuten in der Verwaltung Das bringt dann halt immer auch die Leute ins Spiel und das motiviert die anderen leute.

00:13:29: uns reißt so jeden irgendwie.

00:13:30: somit

00:13:31: ja Ja, also da gebe ich dir völlig rechts weil Es ist ein permanentes auftauchen von von Hindernissen und darüber sich Gedanken machen wie können wir das lösen?

00:13:42: und da ist man einfach auf Kontakte auf Netzwerke angewiesen, aber auch auf Leute die neu zu kommen und die zu überzeugen.

00:13:48: So dieses Feuer so weiterzugeben.

00:13:50: also man braucht Architekten für bestimmte Sachen, für bestimmten Pläne die eingereicht werden müssen.

00:13:55: wer ist bereit das auch kostenlos für uns zu machen?

00:13:58: Wer ist da so solidarisch und jemandem zu finden der sagt okay ich finde es einfach super Ich habe auch bei mir bremte Hütte auf der Arbeit so ich mache trotzdem noch die Arbeit jetzt am Wochenende für euch mit.

00:14:07: Das ist einfach stark in diesen als Erlebnis und als Erfahrung so das zu merken.

00:14:13: wenn wir Sonst immer so im sozialen Miteinander, so viele Schwierigkeiten nur hört.

00:14:19: Das zu sehen dass es auch in die andere Richtung geht wie stark so das Band der Solidarität dann auch sein kann der Kooperation.

00:14:25: Ja

00:14:26: wer steckt denn jetzt noch außer dir hinter dem ganzen?

00:14:29: Wie groß ist denn das denn?

00:14:30: Wie kann ich mir das vorstellen?

00:14:33: Wir sind mittlerweile ein Verein von dreißig aktiven Leuten und das ist sehr vielfältig.

00:14:40: also Ich kenne das auch aus anderen Vereinen, meistens aus anderen Organisationen.

00:14:46: Meistens sind zwei drei Leute aktiv und der Rest schwimmt so ein bisschen mit.

00:14:50: Aber was Urbanotopia wirklich ausgezeichnet ist, dass die Intensität und der Wille und das Engagement sehr hoch ist.

00:14:57: Wir hier sind immer unter der Woche zwanzig Leute am Start.

00:15:02: Natürlich müssen sich manchmal lernen oder was auch immer wegen familiären Sachen rausgenommen werden.

00:15:06: aber eigentlich geben wir alle alles rein, was sie haben Fotografen, Grafik-Designerinnen und so weiter Künstler, Musiker.

00:15:14: Und dieses Repertoire ist so vielfältig das auch dazu führt dass wir sichtbar sind oder dass wir so viel machen können.

00:15:21: Ich habe eben vom Salzerabend gesprochen.

00:15:23: Dann stehen Leute von uns die machen die Veranstaltungstechnik und Leute stehen auf der Bühne und spielen da Trompete oder singen und spielen Salzer.

00:15:33: Am nächsten Woche machen sie einen Chorabend und singen mit dem Schülerchor weil ihr in der Chorleitung sitzt.

00:15:37: also es einfach gigantisch, aber es geht nicht darum dass wir jeder so eine Expertise haben muss sondern einfach so das mitbringt diesen Bock haben sich hier sicher einzubringen.

00:15:47: Das zeige ich dir.

00:15:47: das ganze hier aus denke

00:15:49: ich.

00:15:49: Du hast eben gesagt im Dezember zwanzig vierundzwanzig ging das Ganze so langsam los.

00:15:53: in Sommerfünfzwanziger war denn ja das große Event.

00:15:56: Lass uns doch mal ein bisschen über das Jahr zweieinzehntausendzwanziv sprechen.

00:15:59: wie ja ging quasi ja das Festival los und

00:16:04: wie

00:16:04: blickst du da drauf zurück?

00:16:07: Ja, das ist sehr interessant weil sich das immer in so unterschiedliche Phasen schildert und es war bevor dem Festivalstart ja fünf Monate wo wir sauber gemacht haben aufgebaut haben geschuftet.

00:16:18: Und man ist natürlich... Man schwebt da auch in so einer großen Unsicherheit.

00:16:21: also ich hatte so schöne oder eher unschöne Momente wo ich alleine dann in dieser großen Halle stand weil ich am frühsten angefangen habe dann und der Rest erst später kam.

00:16:32: Es war noch kalt, die Tauben flogen über mich drüber.

00:16:34: Alles war dreckig, alles war riesengroß und ich dachte was macht sie eigentlich?

00:16:40: Ist das vielleicht völlig erschwachsend?

00:16:41: Funktioniert das überhaupt?

00:16:42: Kommt überhaupt jemand so?

00:16:46: Sobald dann jemand aus dem Team gekommen ist, dann änderte sich meine Stimmung so direkt.

00:16:50: Ich dachte okay in diesem Verbund fühlt es wieder besser an wir halten zusammen, wir schaffen das zusammen.

00:16:58: Okay, wir müssen auch ein bisschen langsam unter Hochdruck arbeiten weil dieser Startzeitpunkt rückt immer näher.

00:17:03: Wir müssen hier bis zwei oder drei Uhr nachts erarbeiten dann wird es auch mal eben.

00:17:06: vierzig Grad ist reingeschoben und wir sind hier in Badehose rumgelaufen und haben gearbeitet gearbeitet gearbeitet.

00:17:13: Und dann geht's auf einmal los.

00:17:15: Dann begann der Festivalstart die Leute kamen man sah so das Glitzern in ihren Augen so ihre Begeisterung.

00:17:22: Das gibt dann direkt eine andere Stimmung.

00:17:24: Da gibt es Leute in so einer anderen Phase ein und die erst da nur noch geht, dieses Festival am Laufen zu halten, verschiedene Programmpunkte aufzuräumen, Getränke nachzufüllen, Toiletten sauberzumachen ... dann ist man wieder auch am rotieren, aber man läuft.

00:17:39: Man ist in so einem Zug der fährt um wo er nicht mehr aussteigen kann und wo man auch gar nicht mal aussteigern will.

00:17:43: wenn man kurz am Bahnhof aussteigt um eine Pause zu machen will man schnell wieder dabei sein weil man sich so verantwortlich fühlt ob man sich sehr damit identifiziert und dann hingen die Leute natürlich auch hier die ganze Zeit rum haben einfach dafür gesorgt dass das alles gut aussieht dass ich alle wohlfühlen und schlussendlich auch alle Veranstaltungen extrem gut besucht war, das Feedback gut war und wir auch diese Frage erzeugen wollten so.

00:18:08: Warum denn nur drei Wochen?

00:18:09: Wie geht es jetzt weiter?

00:18:09: Es ist doch super!

00:18:10: Das macht doch so Spaß.

00:18:12: Aber das waren natürlich bewusst nur auf drei Wochen reduziert weil einmal ist darum gilt auch so eine Belastung für so ne Gruppe gering zu halten damit nicht alle ausgebrannt herausgehen sagen Lass mich mit Motopia in Ruhe sondern Bock haben, das weiterzuführen.

00:18:26: Und das andere ist auch so einen, sag ich mal positiven sozialen Druck auszulösen.

00:18:32: und so eine Frage ja... Warum macht ihr nicht weiter?

00:18:34: Was braucht es dafür damit ihr weitermacht so?

00:18:36: Ja!

00:18:37: Dann haben wir überlegt okay wie können wir das in welchen Rahmen setzen?

00:18:41: Haben dann EV gegründet?

00:18:43: Haben überlegt ok wie kann ein Festival aussehen aber wie können mir vielleicht auch einen dauerhaften Ort bieten?

00:18:49: weil so ein Festival ist super dass dann für die Leute so ein klarer Abgrenztab ist was Besonderes.

00:18:56: Da muss ich dabei gewesen sein, da muss ich mir jetzt mal ran halten und kann mich so wie die Solingerinnen und Solinger sind, das hört sich ja gut an, da gehe ich nächstes Jahr mal hin.

00:19:07: Sondern dann ist es irgendwie so einen zauberhaften Zeitraum wo ich da mal hingehen möchte.

00:19:14: aber da geht viel Energie rein und wenn's vorbei ist muss man abbauen und viel ist wieder weg.

00:19:17: Und da sind wir auch zu der Idee gekommen, okay hier sind Räumlichkeiten die wir kannten.

00:19:21: Die haben auch einen ganz besonderen Charme weil sie so eine Raum-Aufteilung haben, die ein bestimmtes Konzept für uns ermöglicht.

00:19:28: aber es geht einfach viel darum wenn man Formate anbietet und Kultur anbieten will und dass die Räume schön sind, dass sich besonders die Leute darin wohlfühlen, dass sie auch wegen des Raumes und wegen dem Setting dahinkommen und das dann Zusammenspiel mit den Inhalten gibt.

00:19:45: Da gibt's in Sohling noch gar nicht so viele und deswegen haben wir uns entschlossen, hier das anzumieten.

00:19:51: Und haben dann schon Ende... Ähm... ...fünfundzwanzig angefangen die ersten Planungen zu machen, die erste Schritte.

00:19:56: Und eine kurze Winterpause und dann ging es dann eben voll ab!

00:20:00: Ja, ich spreche jetzt gleich drüber was gerade läuft und was jetzt noch ein bisschen kommt.

00:20:04: aber erst mal noch hattest du so von zweitausendundzwantig einen Highlight-Moment oder so eine Begegnung wo du dachtest boah das hat etwas mit mir gemacht?

00:20:17: Da gibt es echt wirklich viele, weil dieser Anspruch der da immer drin steckt.

00:20:23: Das sind wirklich komplizierte und anspruchsvolle Sachen.

00:20:28: also wenn wir hier eine Veranstaltung machen wollen die viel Leute anspricht das heißt egal welchen Alters jung alt mittel alt Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergrund mit unterschiedliche Biografien ja dann muss man erstmal ein Programm schaffen dass auch alle abholen so das dann mal zu sehen, okay hier sind alle Leute gerade vertreten.

00:20:51: Das ist ein großer Mix und sie sind selber überrascht wie es zusammen geht und kommen zu auf mich zu sagen so ich kanns gar nicht fassen.

00:20:57: Ich tanze meine sechzehnjährige Tochter und hier tanzte grad mein Großvater gleichzeitig auf der Tanzfläche und alle liegen sich in den Armen.

00:21:06: und da gab's dann vor allem einen Moment als meine Mutter die Die ist schon im Ruhestand, die ist Grundschullehrerin und wir hatten hier den Tag mit dem Orienthaus aus Soling mit der syrischen Community.

00:21:20: Und sie hat gesagt okay ich habe viel natürlich mit Menschen auch aus Syrien gearbeitet mit den Eltern mit Kindern aber ich hatte noch nie die Gelegenheit so intensiv mit denen in Austausch zu kommen mit dem mal ein Ruhe am Tisch zu sitzen und mit denen über ihre Themen zu sprechen.

00:21:32: und so das hat auf diese Weise noch nicht funktioniert.

00:21:35: Das hat nämlich natürlich schon bewegt auch insbesondere weil es meine Mutter war Und da gab es eine ganze Menge, als beim Live-Karaoke.

00:21:42: Wo ich dachte so Leute, live Karaoke weiß ich ja nicht so.

00:21:45: Ob das sich ein bisschen zu trashig ist?

00:21:47: Aber die sind lasst uns das mal machen.

00:21:49: und ein paar Kumpels von mir haben am Ende Forever Young auf der Bühne gesungen und alle Leute lagen sich in den Armen und waren einfach nur happy, dass zu sehen, es geht!

00:21:58: Es geht!

00:21:59: Und diese Frage kommt das Insoling an.

00:22:01: gibt's Menschen, die das nutzen möchten und verstehen was wir machen Die kommen, die gibt's.

00:22:07: Und das war einfach weil das nur ein Risiko ist immer und dass einen unter Druck setzt und dann löst sich das in diesen Momenten eben komplett auf und verkehrt sich so ins Gegenteil und sagt zu geil wir müssen weitermachen wir wollen mehr davon.

00:22:19: Ja das ist ja der Punkt.

00:22:21: wenn du so'n Begegnungsort schaffst Dann kommt man vielleicht auch endlich mal mit Leuten in Kontakt mit denen man sonst nicht in Kontakt kommt.

00:22:27: Weil selbst wenn man jetzt privat viel unterwegs ist und viel mit Freunden und immer groß Abenteuer abenteuer von Event zu event Man bewegt sich trotzdem irgendwie in so einer Gruppe von zwanzig bis dreißig Menschen, die meistens relativ ähnlich denken.

00:22:42: Die relativ ähnliche Biografie haben und dann kommt man nicht so sehr mit anderen Meinungen, anderen Kulturen, anderen Hintergründen irgendwie in Kontakt.

00:22:50: Und das ist wahrscheinlich nicht so gut und deswegen ist es wahrscheinlich sehr gut wenn man halt so ein Ort hat wo man einfach mal auch wirklich eine Alt- und Jungvideos gerade gesagt hast Wo alle irgendwie was finden, wo alle irgendwie zufrieden sind.

00:23:03: Ich war letztens auf so einer Lesung Ganz anderes Thema ging ein Buch, was viel mit Demokratie zu tun hat.

00:23:09: Wie schlecht ist der Demokratie?

00:23:11: Was sind die Krisen?

00:23:13: Und da stand einen Herr auf und er hat gesagt ja aber wo kann ich denn heute noch einfach mit Menschen reden?

00:23:21: so Ich bin früher im Kirchenverein irgendwie viel Kontakt gehabt und dann ist man nach der Arbeit etwas dringengegangen oder dies um das und jenes und der war jetzt eine Mitte Fünfzig.

00:23:35: Wo kann ich denn heute noch mit Menschen reden?

00:23:36: Diese Orte gibt's irgendwie für mich nicht mehr.

00:23:40: Und da muss sich so eine Vorbereitung auf dieses Gespräch auch nochmal daran denken, dass ihr halt sowas jetzt hier geschaffen habt.

00:23:47: Richtig!

00:23:47: Das ist genau eine Wurzleinursprung von Mutopia weil wir das auch identifiziert haben... Wir sind eine vielfältige Gesellschaft, das ist so ein Slogan der mal negativ, mal positiv, je nach Kontext verwendet wird.

00:24:03: Aber es heißt dass immer neue Leute dazukommen und die Menschen immer unterschiedlicher werden.

00:24:07: Es überhaupt keinen Ort gibt an dem sie sich kennenlernen können.

00:24:11: Früher waren das vielleicht noch so Orte wie Grossmann in denen man zusammen gearbeitet hat.

00:24:15: Es gibt hier aber weniger... Jetzt ist höchstens mal eine Bushaltestelle oder am Supermarkt, aber da redet man eben nicht miteinander.

00:24:20: Auch so ne Kneipe!

00:24:22: ist früher sicherlich ein Ort gewesen, wo sich durch die Bank alle mal getroffen haben und alle mal mit einer geschwatzt haben.

00:24:28: Aber auch in Kleintensterben findet statt sozusagen... Also wie können wir das schaffen?

00:24:33: Dass es eben attraktiv ist um doch wieder die Gelegenheit zu nutzen da mal hinzugehen, sich überraschen zu lassen.

00:24:40: Und da ist es eben so dass so einen Setting hier eine Rolle spielt.

00:24:45: Wir machen das ja nicht irgendwo sondern wenn ich jetzt hier eine Veranstaltung machen, die darum geht, so im Hintergrund ins Gespräch zu kommen.

00:24:54: Kommunikation und hier bei Grossmannplatziere dann kommen vielleicht auch schon einige Leute, die einen persönlichen Bezug dazu haben weil die Oma der Vater oder man selber hier gearbeitet hat.

00:25:05: Und da ist das schon mal ein Zugang den man sich dadurch legt der anderen Orten fürchtlich so ohne weiteres gegeben ist.

00:25:11: also es ist ein Spiel aus aktuellen Themen aber immer mit der Vergangenheit und mit der Besonderheit von diesem Ort.

00:25:18: Dann lass uns doch jetzt mal so ein bisschen drüber sprechen, wie das Festival dieses Jahr so läuft.

00:25:22: Was da alles gibt?

00:25:25: Wenn das ausgestrahlt wird ist das Festival ja schon leider wieder vorbei.

00:25:28: also das

00:25:29: wird uns hier

00:25:30: am ersten Sonntag im August läuft das Ganze.

00:25:33: Wie läuft es bisher und was habt ihr so viele Projekte?

00:25:37: Also es läuft bisher wirklich sehr gut muss ich sagen weil es auch immer Ähm, so ein Experimentierfeld ist.

00:25:45: Wenn wir uns vorher hinsetzen und überlegen wie können wir das Programm gestalten?

00:25:48: Was wollen wir alles reinnehmen?

00:25:50: in welcher Größe?

00:25:51: weil es gibt hier Sachen im kleinen Workshops für vier Leute Es gibt Veranstaltungen für sechshundert Leute große Konzerte ja ähm... Und da sind auch manche Sachen bei.

00:25:59: wo ich mir frage gibt's kommen die Leute dazu verstehen sie das?

00:26:02: und jeder Workshop ist ausgebucht von Gießerei Workshop bis demokratischer Kommunikationsworkshop und es kommen immer noch Anfragen nach.

00:26:10: so ne Die Abendveranstaltung Auch alle voll, die Menschen gehen super Respekt vormiteinander um.

00:26:15: Weil auch wenn wir alle Leute einladen wollen haben ja natürlich besetzen wir hier einen bestimmten Werteraum den wir respektiert haben wollen.

00:26:22: also und hier ist kein Platz für Rassismus oder übertriebenes Deutschlandgelaber

00:26:26: usw.,

00:26:26: da haben wir keinen Bock drauf so ne?

00:26:29: Aber trotzdem laden wir jeden ein erst mal hin zu kommen und das Gespräch zu suchen Auch diese ganze Infrastruktur, dieses die Organisationsprozesse weil wir haben dann zwei Bars.

00:26:40: Es sind so viele Schichten eine Kasse das muss alles ständig am Laufen gehalten werden.

00:26:45: und wenn wir immer vor der Entscheidung stehen.

00:26:46: Wollen wir das noch reinnehmen oder wollen wir das raus nehmen?

00:26:48: Dann ist bei uns immer in acht neunzig Prozent der Fälle die Entschaltung.

00:26:52: Wir nehmen das noch ein auch wenn das so über die eigene Belastungsgrenzen.

00:26:55: ich habe es eben im Vorgespräch schon gesagt.

00:26:57: Wenn ja hier gleichzeitig Kinder-Affentheater stattfindet und einen Workshop über Umweltverschmutzung für eine neunte Klasse.

00:27:05: Und danach gibt ein Salzertanzkurs, dann ist das natürlich von A nach B nach C. Das ist super viel aber das sorgt eben dafür dass auch hier viel passiert, viel möglich gemacht wird und in Summe einfach auch super viele Menschen diese Angebote wahrnehmen und verschiedene Themen hier platziert werden.

00:27:21: weil es geht auch da immer so darum Das alles miteinander zu vermischen und gar nicht so immer nur ein Fokus irgendwo rauszulegen, sondern ich kann hier hinkommen.

00:27:30: Kann ein Konzert gehen?

00:27:31: Kann ja einfach nun einen guten Abend haben aber ich sehe gleichzeitig okay was ist in da hinten für ein großes Zelt?

00:27:36: Ein gutes Zelt?

00:27:37: das stört dir irgendwie das Bild.

00:27:38: Ich gehe mal dahin.

00:27:39: ach ok das ist ein Escape Room der das Thema Flucht und Migration aufgreift.

00:27:43: schon habe ich eine Berührung mit dem Thema und kann dann wenn ich will mich noch näher damit auseinandersetzen kann dass HFG durchlesen und kann vielleicht auch da nochmal fragen ob ich an so einem Workshop teilnehmen kann.

00:27:52: und so geht das eine hier zum anderen.

00:27:55: Jetzt hast du eben schon drüber gesprochen, so ein bisschen okay ihr wollt das Festival auf der einen Seite aber auch was langfristiges irgendwie bieten.

00:28:01: und jetzt ne wir sitzen hier.

00:28:02: Hier wird noch viel umgebaut ist mich eben schon mal so ein Bisschen durch die Räume geführt was ja hier so ansteht.

00:28:07: Willst Du nochmal ein bisschen drüber sprechen?

00:28:09: ok festival jetzt vorbei?

00:28:10: Was ist der Plan für die Zukunft

00:28:12: genau?

00:28:13: also Es ist so ein bißchen so eine Schrittfrage dass festival dient dazu da dient dazu dass die Aufmerksamkeit für Öhrmotorpia weiter aufrecht zu halten, aber auch weiterhin Unterstützung zu generieren.

00:28:27: Weil wir hier oben in dem Bereich, in dem wir uns gerade befinden... Auch extreme Kosten haben die auf uns zukommen, weil wir das hier umbauen.

00:28:35: Heizung Wasser Strom verlegen neue Wände ziehen so da kommt einiges zusammen von Brandschutz Konzepten und so weiter.

00:28:42: Brandschutztüren gar nicht zu sprechen so.

00:28:45: und indem wir einen kleinen Überschuss generieren über so ein Festival ja auch durch Spenden können wir hier eine dauerhafte Nutzung möglich machen dass sie einfach zwölf Monate im Jahr Veranstaltung stattfinden kann und das ein Ort wird, der für viele Leute einen Anlaufspunkt wird.

00:29:01: Der diese Themen von denen ich eben auch gesprochen hat immer auf auf auf frischende auf überraschende Weise bespielt und wo die leute sich einfach auch ein Stück weit zu Hause fühlen.

00:29:10: Wo sie gerne anfangen, wo nicht immer man einen Workshop besuchen muss aber man kann natürlich Es freut uns, aber wo man auch einfach mal einen Kaffee trinken kann oder eine Limon oder was weiß ich so und eben, wo wir eben drüber gesprochen haben.

00:29:23: Einfach mal mit Leuten interessiert spricht, mit dem man sonst vielleicht nicht sprechen würde so ne?

00:29:28: Und die Grundlage.

00:29:29: deswegen ist ganz klar, dass wegen dieser Struktur das ja auch kleinere Räume drin sind, die Proberäume sind, die alle auch ein Workshop-Angebot machen, in dem man sich weiterbilden kann mit Leuten zusammenarbeiten und zusammendenken und neue Erfahrungen machen.

00:29:49: Wie finanziert ihr denn das Ganze jetzt mit dem Umbau?

00:29:52: Das ist ja eben schon gesagt, es sind total viele Leute, die das Ehrenamt nicht machen, die euch unterstützen wahrscheinlich auch so Handwerker, die da Expertise mitbringen und euch helfen... Aber bisschen Finanzierung muss doch irgendwie sein!

00:30:04: Absolut, ja das hat so mehrere Sockel.

00:30:07: Das eine ist eben diese Untervermietung an die Leute aus dem Proberaum oder in den Werkstätten.

00:30:13: Das andere sind Mitgliedsbeiträge und Fördermitgliedsbeiträge.

00:30:17: also es ist ein extremer Support für uns wenn man sich auch für Fördernmitgliedschaften anschließt weil uns das einfach auch eine Sicherheit gibt um Mieten zu bezahlen um laufende Kosten hier abzudecken.

00:30:27: Und das andere werden eben auch Veranstaltungen sein die wir machen.

00:30:31: Aber wir wollen auch nicht unter so einem Stress geraten, weil es bleibt eine ehrenamtliche Struktur und nicht hier.

00:30:36: Wir müssen jetzt noch X Veranstaltung machen um hier die Kopfüberwasser zu halten sondern da vielleicht auch ein Stück weit Entlastung zu bekommen durch weitere Fördermittel die notwendig sind, weil das was wir hier machen ist ein Versuch ist aber auch ein Schritt ins Ungewisse.

00:30:57: was aber klar ist.

00:30:59: Alleine aus eigenen Stücken, aus eigener Mitteln die wir jetzt hier zusammenschmeißen im Klingelbeutel werden wir das nicht schaffen.

00:31:04: Das ist so groß und es gibt diese Orte ja schon in anderen Städten oder das ist ja jetzt hier nichts... Wir haben das Rad her hier nicht neu erfunden Es gibt's nur vielleicht nicht in Solingen und viele Leute feedbacken uns das auch so wow!

00:31:15: Da habe ich immer darauf gewartet.

00:31:18: und wenns das in Köln gibt, wenns dass in Essen gibt, warum soll es das nicht ins Solingen gehen?

00:31:22: Das haben die Leute hier genauso verdient Diese Themen verdient, die haben hier dieses erfrischende Verdienst so und da möchten wir einfach arbeiten wie auf diese Grundlage hin.

00:31:32: Und da sind wir darauf angewiesen über das Crowdfunding und über Spenden und Überförder mitgetschaften dass wir das ans Laufen kriegen.

00:31:39: Ja das ist auch da haben wir noch gar nicht darüber gesprochen was man sagen muss.

00:31:43: Die ganze Events sind ja sehr günstig.

00:31:46: also ne?

00:31:46: Das lässt sich ja nicht vergleichen mit Preisen die man sonst irgendwie bezahlt.

00:31:49: Also für euch ist ja auch ein großer Schritt um zu sagen okay hier soll jeder auch irgendwie mitmachen können.

00:31:56: Ja, genau und da reden wir uns auch die Köpfer heißt, da haben wir glaube ich drei Termine für verbraucht über die Diskussion.

00:32:01: okay wir müssen jetzt ja kriegen keine Fördermittel weil das ist auch eine Realität.

00:32:05: der Bereich Kultur Soziales Nachhaltigkeit hat mal weniger politische Priorität und das führt dann zu dass weniger Gelder dafür zur Verfügung stehen.

00:32:16: Und das merken wir dann Weil wir viel Absagen bekommen von Förderanträgen.

00:32:20: Und dann, wie können wir das Geld aber entweder sagen was ab oder wir versuchen es irgendwie noch aus eigenen Stücken bzw.

00:32:25: mit Support aus der Zivilgesellschaft da etwas zu erreichen.

00:32:30: und das kann dann eben auch mal sein diese Eintrittsgelder die wir dann einmal zu geringen Maße Aber auch verbunden mit so einem Solitik geht dass wir sagen Wenn ihr jetzt keine Kohle habt dann schreibt uns bitte und gleichzeitig wollen wir darauf aufmerksam machen Kultur für alle Menschen zugänglich sein muss, egal welchen wirtschaftlichen Hintergrund man gerade hat oder wie es gerade bei einem läuft.

00:32:51: Wie viel Krierte man in der Tasche hat so und dass es diese Probleme gibt?

00:32:54: Und was ist überhaupt mit dem Thema Zugänglichkeit vor Kultur?

00:32:57: Was macht's wenn ich mir nur einen Festival-Charakter erleben kann, wenn ich für so ein ParuKable siehmaltausend Euro Eintre zahlen muss oder sowas?

00:33:05: Ja unter mir eben eine ganze Wocheende Ähm, um zwanzig Euro was zu essen holen oder so.

00:33:11: Und dafür auch noch weit wegfahren muss und mein Zeltnachräder stehen lasse.

00:33:15: Sondern ich will das hier in Solingen, dass hier keinen anderen Reiseweg hat und jeder das nutzt und keiner liebsten.

00:33:22: Was mich jetzt noch interessieren würde ist ein bisschen Richtung Ende nochmal klarzumachen okay wir haben irgendwie diese ja... In der Medienlandschaft auf Social Media so das Gefühl Menschen reden nicht mehr so miteinander Ob das jetzt so ist oder nicht, aber es ist halt das Gefühl was man oft bekommt.

00:33:39: Also das Debatten eigentlich fast manchmal auch gar nicht mehr geführt werden oder sehr polarisiert geführt wird.

00:33:47: Wie nimmst du das Ganze wahr?

00:33:48: Sprechen wir noch genug miteinander?

00:33:53: Ich glaube wir sprechen überhaupt nicht mehr miteinander und... Wir sind nicht mehr in der Lage, uns auf die unterschiedlichen Perspektiven einzulassen.

00:34:05: Was ich häufig erlebe ist so... Es gibt einen Festhalten an einer bestimmten Position und für den Moment kann ich mich mal kurz auch das Gegenüber einlassen, Versuche Verständnis aufzubringen.

00:34:15: aber es geht wieder flöten danach sozusagen.

00:34:17: Und ich kann mit der gleichen Person ein paar Tage später widersprechen und so.

00:34:20: Das ist wie dann ein Rückzug auf die alte Position hinter die alte argumentative Festung sozusagen Und das führt uns eben nicht weiter, weil das irgendwie so ein bisschen auch in der Entwicklungsprozess hemmt sozusagen.

00:34:34: Weil wir dann nicht mehr genug in Austausch kommen und keine neuen Perspektiven und auch keinen neuen Ansätze entwickeln um bestimmte Themengebiete zu behandeln und wirklich im Kern voranzubringen und auch neue Menschen und neue Zielgruppen damit zu erreichen.

00:34:49: Das gelingt nicht mehr!

00:34:50: Und dann findet einfach dieser starke Rückzug statt und sagt okay das sind die Leute, die sich mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandersetzen möchten.

00:34:58: Das sind eben die Konservativen, die das nicht möchten.

00:35:00: aber wir müssen mehr darüber sprechen wo unsere Überschneidungen sind und wie können wir daran arbeiten?

00:35:07: Ich habe da auch ein gutes Beispiel dafür weil das Ganze findet ja hier auf den Grossbahngelände statt und hier treffen wir dann auch wenn Urban Topia hinkommt zwei fremde Welten scheinbar aufeinander dient ja hier auch einer Immobilienentwicklung und ich, die Eigentümer von der Eigentömer hatte sicherlich auch andere Pläne hier mit.

00:35:30: Aber wenn ich hier mit meinem Verein Kultur machen will dann ist das sicher kein Unternehmen was hier ohne Ende Profit reinbringt.

00:35:37: aber wenn wir uns miteinander in den Austausch geben und schauen okay wo sind jetzt die Überscheidung wie können wir beide auch voneinander profitieren?

00:35:44: Und wie können dann Schritte aussehen, um zu diesem Mehrwert zu kommen.

00:35:49: Dann können wir sicherlich bewegen und das kann auch glaube ich ein gutes Beispiel sein für andere Bereiche.

00:35:54: Das ist ja quasi auch so der Punkt wenn man jetzt das Ganze mal groß macht über die Krise der Demokratie quasi spricht dass wenn man da die verschiedenen Positionen die sich so ein bisschen festgefahren haben vielleicht in ihren Meinungen Wenn man die wieder einen Tisch bekommt und sagt okay wo haben wir denn jetzt irgendwie einen Common Ground?

00:36:12: Wo kommen wir irgendwie zusammen?

00:36:14: Und dann halt wieder so lösungsorientiert zu denken, dass man dann sicherlich viele der Krisen die wir aktuell haben deutlich deutlich einfacher lösen könnte.

00:36:22: Konflikte sicherlich vermeiden könnte.

00:36:24: und das dieses Wie kommen wir zusammen?

00:36:26: Die begegnen wir einander an einem Ort wie hier.

00:36:29: Dass das sicherlich einer der springenden Punkte ist, wie man die Konflichte dies in der Welt und in der Gesellschaft und auch in diesem Land gibt, wieman die eben lösen kann.

00:36:38: Ja,

00:36:39: das denke ich auch

00:36:41: jetzt.

00:36:41: als letzte frage so ein bisschen noch was würdest du jetzt sagen?

00:36:45: hast du persönlich aus oben utopia gelernt.

00:36:50: das ist eine gute frage.

00:36:51: ich habe mich gar nicht so oft über Gedanken gemacht aber wenn ich daran jetzt an die letzten zwei jahre denke und immer an dieses auf tauchen auch plötzlich auftauchen vor wirklich schwierigen herausforderungen dass dass einem nicht umwerfen muss, sondern das die Überzeugung, dass hier ein Rahmen ist in dem man wirklich Veränderungen bewirken kann.

00:37:15: Selbst in Soling-Wald, dass diese Überzeugungen auch einen über dieser Herausforderung trägt.

00:37:20: und wenn man sich zusammenzieht oder sich umhört wer kann mit welcher Expertise hier helfen so?

00:37:25: Dass man dann schon einen Weg findet und dass man dann auch zu so einem Erfolg kommen kann wie das hier ist und zu einer Sichtbarkeit eine Dankbarkeit die einem dann entgeben schlägt weil Das ist natürlich auch oft eine lebende Situation gesellschaftlich, in der wir zu finden und wir haben jetzt auch viel darüber gesprochen.

00:37:42: Man redet nicht mehr miteinander und manchen Themen wird vielleicht eine zu große Aufmerksamkeit.

00:37:49: Wichtigen Themen werden weniger aufmerksamkeitsgeschenkt aber es geht irgendwie ja schon darum Wir wollen, wir haben nur dieses eine Leben.

00:37:57: Wir haben hier diese Stadt wo wir leben und da wollen wir einfach was verändern.

00:38:01: Wir wollen nicht neidisch in andere Orte gucken sondern hier in Solingen soll's cool sein Und hier wollen wir was haben, wo wir positiv in die Zukunft gucken wollen.

00:38:10: Wo wir sagen okay habe ich auch irgendwie eine Möglichkeit kennengelernt ein bisschen Optimismus rauszugehen und Menschen gesehen Die irgendwie die mich anstecken und wo ich Lust hab mitzumachen und wo Ich irgendwie das mit anschieben will oder einfach nur besuchen will.

00:38:25: ja so

00:38:26: Danke dir Max!

00:38:27: Danke dir

00:38:28: Im Radiomagazin.

00:38:34: Die nächste Sendung können Sie am sechsten September, wiederum um vier Uhr hier bei Radio RSG hören.

00:38:41: Weitere Infos und Inhalte finden Sie auch auf Instagram unter «Radiomagazin», die null wird ausgeschrieben.

00:38:48: Falls Sie einen Teil verpasst haben und sich die heutige Sendung oder eine ältere Sendung noch mal anhören möchten, finden sie diese Sendung ab jetzt auch auf allen gängigen Podcast-Plattformen wie Spotify oder Apple Podcast zum Beispiel!

00:39:00: Wer Lust auf mehr bekommen hat, kann auch gerne bei meinem Podcast Deutschland Deine Demokratie vorbeihören.

00:39:06: Hier habe ich beispielsweise über die große gesundheitste Form und Einschnitte im Bereich der Psychotherapie gesprochen – auch diese Inhalte finden Sie überall wo es Podcasts gibt!

00:39:17: Mein Name ist Marc Kammerer, vielen Dank fürs Zuhören, einen schönen Abend und bis zur nächsten Sendung.

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